April 23, 2021

Person des Tages: GM WOLFGANG UHLMANN

Die Kindheit der deutschen Schachlegende fiel in die schwierigste Zeit Deutschlands: Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde seine Heimatstadt Dresden völlig zerstört. 1946 kehrte Uhlmanns Familie nach Hause zurück und sein Vater führte Uhlmann in die Grundlagen des Schachs ein. Nur fünf Jahre später gewann der aufstrebende Star die nationale Jugendmeisterschaft seines Landes und wurde später der führende ostdeutsche Schachspieler, der das Recht erhielt, bei der Olympiade 1956 in Moskau zu spielen. Von da an nahm Uhlmann regelmäßig an den DDR-Meisterschaften teil und gewann 11 davon.

Die Erfolge der DDR bei Olympiaden waren im Vergleich zu ihren westlichen Landsleuten bescheiden, doch das änderte sich mit dem Auftreten des neuen DDR-Führers grundlegend. Zwei Jahre später besiegte eine vierköpfige Mannschaft unter der Leitung von Uhlmann die BRD mit 3,5:0,5 und überholte sie beim Turnier. Der überragende ostdeutsche Spieler besiegte Wolfgang Unzicker. Die beiden Wolfgangs waren befreundet und ihre Partien bei Turnieren endeten zwangsläufig mit einem knappen Remis, aber in Mannschaftswettbewerben führte Uhlmann mit 3:0.

Wolfgang Uhlmann spielte regelmäßig in Superturnieren, wo er gegen die stärksten Spieler der Welt antrat. Gegen alle Weltmeister, angefangen bei Max Euwe bis hin zu Anatoly Karpov, erreichte er Sieg oder Remis, außerdem gewann er zig erstklassige Turniere. 1970 qualifizierte sich Uhlmann über das Interzonenturnier für das Kandidatenturnier, verlor aber im Viertelfinale gegen Bent Larsen. Im ersten Match of the Century spielte er für Team World am 7. Brett, wo er mit 1,5:2,5 gegen Mark Taimanov verlor.

Er galt als der führende Experte für die Französische Verteidigung, die viele Jahre lang sein Signierzug war. Wolfgang Uhlmann half bei der Herausgabe von Schachliteratur in der DDR und er förderte das Schachspiel mit seinen Vorträgen und Sitzungen. Kurz vor seinem 80. Geburtstag traf er bei einem Superturnier im Schnellschach in Zürich auf Viktor Kortschnoi: Die Partie war kompromisslos und umstritten und endete mit 2:2, aber ohne Remis!

 

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