Der 7:1 Sieg gegen SF Berlin und 5:3 Sieg gegen USV TU Dresden garantieren dem Rennstadtteam eine Zeitlang einen „Platz an der Sonne“

GM Karpow, Anatoli

Dieter Auer – Am letzten Wochenende in Berlin hat das Team aus der Renn- und Schachstadt Hockenheim durch zwei Siegen gegen die Mitkonkurrenten SC Viernheim und SF Deizisau und einem Remis gegen Seriensieger OSG Baden-Baden wieder Anschluss an die Spitze gefunden. Zurzeit liegt man auf Rang 3 der Tabelle mit nur einem Punkt hinter den Führenden OSG Baden-Baden und SG Solingen. Da beide noch gegeneinander antreten müssen, ist der Kampf um den Titel Deutscher Meister 2019 weiterhin offen.
Am Wochenende 09.-10.März gegen SF Berlin und USV TU Dresden standen Siege auf dem Programm des Rennstadtteams, um die noch gute Lage in den letzten ausstehenden Runden nicht aufs Spiel zu setzen. Leider konnte Mannschaftsführer Blerim Kuci nicht die ursprünglich vorgesehene Aufstellung aufbieten, da durch die Mannschaftsweltmeisterschaften und internationale Turniere einige Spitzenspieler ausfielen.
Zum Schluss interessierte nur noch die Frage: „Spielt er oder spielt er nicht?“. Gemeint war der Weltmeister der Jahre 1975-1985 und 1993-1999 Anatoli Karpow, der seit der Saison 2010/2011 und dem Aufstieg in die 1.Schachbundesliga das Spitzenbrett der Hockenheimer besetzt. Dank der guten Beziehungen von Bundesliga-Manager Dieter Auer zu Anatoli Karpow seit 1994 – in diesem Jahr wurde Anatoli Karpow Ehrenmitglied der Schachvereinigung 1930 Hockenheim – wurde dies ermöglicht. Karpow stellte sich für die terminlich vorgezogenen Bundesligarunden 12 und 13 zur Verfügung.

Einzelergebnisse: SV 1930 Hockenheim : SF Berlin (7:1)

1. GM Karpow, Anatoli : IM Baldauf, Marco (0,5:0,5)
2. GM Tomashevsky, Evgeny : GM Jakubowski (1:0)
3. GM Ponomariov, Ruslan: IM Abel, Dennes (1:0)
4. GM Moiseenko, Alexander : IM Blohberger, Felix (1:0)
5. GM Braun, Arik : IM Seyb, Alexander (0,5:0,5)
6. GM Baramidze, David : IM Thiede, Lars (1:0)
7. GM Buhmann, Rainer : Florstedt, Johannes (1:0)
8. GM Wagner, Dennis : FM Schmidek, Emil (1:0)

Durch einen hohen 7:1 Erfolg gegen das stark ersatzgeschwächte Team der Schachfreunde Berlin übernahm das Rennstadtteam mit einem Spiel mehr zunächst die Tabellenführung- eine Momentaufnahme aber zugleich auch ein einmaliges Erlebnis für die Hockenheimer,

Im Parallelkampf traf Gastgeber SC Viernheim auf USV TU Dresden. Dieser Kampf endete Unentschieden.

Einzelergebnisse: USV TU Dresden – SV 1930 Hockenheim (3:5)

1. GM Almasi, Zoltan : GM Karpow, Anatoli (1:0)
2. GM Nisipeanu, Liviu-Dieter : GM Tomashevsky, Evgeny (0,5:0,5)
3. GM Gajewski, Grzegorz : GM Ponomariov, Ruslan (0,5:0,5)
4. GM Bönsch, Uwe : GM Moiseenko, Alexander (0,5:0,5)
5. GM Maiwald, Jens-Uwe : GM Braun, Arik (0:1)
6. IM Hoffmann, Paul : GM Baramidze, David (0,5:0,5)
7. IM Loxine, Jakow : GM Buhmann, Rainer (0:1)
8. FM Möhn, Hans : GM Wagner Dennis (0:1)

Bei dem 5:3 Sieg gegen Dresden waren es vor allem die deutschen Großmeister, die durch überragende Leistungen an den hinteren Brettern den Sieg und die Tabellenführung in der 1.Schachbundesliga sicherten. Die einzige Niederlage von Weltmeister Anatoli Karpow am Spitzenbrett blieb daher ohne Folgen.

Im Parallelspiel blieb SC Viernheim mit 4,5:3,5 gegen die Schachfreunde aus Berlin siegreich.

Fazit: Nach den vorgezogenen Runden 12 und 13 führen die Hockenheimer mit 3 Punkten Vorsprung vor Seriensieger OSG Baden-Baden und SG Solingen. Die Chancen der Hockenheimer liegen wohl in einem vermeintlich leichteren Restprogramm in den letzten beiden Doppelrunden. Unter Zugzwang stehen daher andere Teams, die als Mitfavoriten galten und die Hockenheimer erstmal einholen müssen.

Prognose: Inzwischen hat sich die Ausgangslage der Hockenheimer im Kampf um den Titel wieder deutlich verbessert. Zumindest der Titel „Vize-Meister 2019“ wie im Jahre 2017 sollte am Saisonende herausspringen. Auch der Titel ist noch nicht ganz abgeschrieben, da die punktgleichen OSG Baden-Baden und SG Solingen noch gegeneinander antreten müssen. Der Verlierer dieser Partie wird zunächst aus dem Rennen sein. Und wo bleibt am Ende das Team aus der Renn- und Schachstadt Hockenheim?

INFO: www.schachbundesliga.de

www.sv1930-hockenheim.de

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