April 23, 2021

Siegbert Tarraschs Grab in München

Die zwei ganz großen Lichtgestalten des deutschen Schachs vor und auch noch nach dem Ersten Weltkrieg waren Siegbert Tarrasch und Emanuel Lasker. Beide Spieler kamen aus dem Osten des Deutschen Reiches. Tarrasch stammte aus Schlesien. Er wurde am 5. März 1862 in Breslau geboren, heute Wrocław. Lasker erblickte etwa sechseinhalb Jahre später, am 24. Dezember 1868, in Berlinchen (Pommern, heute Barlinek) das Licht der Welt. Ihre Wege kreuzten sich wohl das erste Mal in Berlin. Tarrasch studierte dort Medizin und war mit einem anderen Medizinstudenten, Berthold Lasker, befreundet. Beide verband zudem die Liebe zum Schach, das sie in den zahlreichen Schachcafés in Berlin praktizierten. Eines Tages brachte Berthold Lasker seinen jüngeren Bruder Emanuel mit. Anfangs konnte Siegbert Tarrasch dem jüngeren Lasker noch Figuren vorgeben, doch der „kleine“ Lasker holte schnell auf.

Tarrasch begann seine Turnierkarriere 1881, nahm in den 1890er Jahren vor allem an den Kongressen des Deutschen Schachbundes teil, gewann das Meisterturnier des Bayerischen Schachbundes 1888, das Meisterturnier des 6. DSB-Kongresses 1889, 1890 das Meisterturnier des 6. Kongresses der British Chess Association, 1892 das Meisterturnier des 7. DSB-Kongresses und 1894 auch noch das Meisterturnier des 9. DSB-Kongresses. Das Superturnier des Hastings Chess Congress 1895 schloss Tarrasch als Vierter hinter Pillsbury, Tschigorin und Lasker ab. Die Einladung zum Meisterturnier nach St. Petersburg schlug Tarrasch aus.

Für die Jahre 1890/1891 sieht Rod Edwards in seiner nachträglichen Berechnung von historischen Elozahlen Siegbert Tarrasch als weltbesten Spieler. Dann wurde Tarrasch von Emanuel Lasker abgelöst. Tarrasch gehörte aber laut Edwards bis zum Beginn des Ersten Weltkriegen die meiste Zeit noch zu den Top Ten der damaligen internationalen Schachelite. In den historischen Berechnungen von Jeff Sonas nahm Tarrasch zwischen 1891 und 1906 zumeist den zweiten Rang ein.

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