Die älteste bekannte Erwähnung für das klassische Läuferopfer auf h7 (h2) stammt aus dem Jahr 1619 und ist im Buch von Greco enthalten. Eine Grundvorraussetzung ist demnach, dass der Angreifer als erste Vorraussetzung über Dame, Läufer und einen Springer verfügt. Die angreifende Partei muss die Möglichkeit zum sofortigen Angriff auf h7 (h2) haben. Danach sollte Weiss problemlos Sg5 (Sg4) spielen können, verbunden mit der Folge Dh5 (Dh4).

Mitunter reicht auch ein anderes Feld für die Dame auf der h-Linie. Ein weiteres Kennzeichen ist, dass der f- und der g-Bauer noch nicht gezogen haben. Der h-Bauer sollte sich ebenfalls noch in der Ausgangsstellung befinden, denkbar ist aber auch, eine Stellung des Bauern auf h5 (h4).

Ein weiterer nicht unwichtiger Nebeneffekt besteht sehr häufig auch darin, dass ein Turm auf f8 (f1) die Fluchtroute für den in Bedrängnis geratenen König versperrt. Wichtige Hilfseinheiten für den Angreifer sind ferner auch ein Läufer auf der Diagonalen c1-h6 (c8-h3), ein Turm auf e1 (e8) sowie ein Bauer auf e5 (e4).

Beim Springer ist durchaus noch zu beachten, dass einerseits die verteidigende Seite nicht die Möglichkeit zu Sf6 (Sf3) haben sollte, andererseits für die angreifende Partei ein Springer auf d2 bzw. c3 (d7 bzw. c6) durchaus nützlich sein kann.

Heute betrachten wir zu diesem Thema eine Partie von einem der stärksten Spieler des 19. Jahrhunderts, Louis Paulsen.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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