März 1, 2021

Absage vom DSB, Naiditsch geschockt: „Verbieten einem Deutschen, unter deutscher Flagge zu spielen. Was soll das?“

Arkadij_Naiditsch (Foto: Georgios Souleidis)

Eisig war die Reaktion, als Arkadij Naiditsch jetzt seinen Wechsel von der aserbaidschanischen Föderation zurück zur deutschen anbahnen wollte. Nach einigen Telefonaten und am Ende eines etwa zweimonatigen E-Mail-Austauschs teilte DSB-Präsident Ullrich Krause dem Träger der Goldenen DSB-Ehrennadel Naiditsch mit, das DSB-Präsidium lehne seinen Wechsel nach Deutschland ab.

Arkadij Naiditsch, geboren 1985 in Riga, lebte ab 1996 mit seiner Familie in Dortmund, seiner ersten schachlichen Heimat. Dort bekam das mit Abstand größte Talent auf deutschem Boden auf lokaler Ebene die Förderung, zu der sich der Schachbund mit seinem gespaltenen Verhältnis zum Leistungssport nicht durchringen konnte. „Der Verband behandelt unseren Sport wie ein Hobby“, klagte Schachprofi Naiditsch vor einigen Jahren. Später zog Naiditsch von Dortmund nach Baden-Baden, seiner zweiten schachlichen Heimat, von wo aus jetzt Schachorganisator Sven Noppes versucht hatte, den Wechsel zurück anzustoßen.

Mit 15 wurde Naiditsch Großmeister, der jüngste, den es jemals in Deutschland gegeben hatte. Mit 24 stand er zum ersten Mal bei 2700 Elo; bis heute ist Naiditsch der einzige deutsche Schachmeister, dem das jemals gelungen ist. Nachdem Naiditsch bei der Schacholympiade 2006 und 2008 am ersten Brett der Nationalmannschaft gespielt hatte, gipfelte seine wachsende Unzufriedenheit mit den Verhältnissen im DSB-Leistungssport vor der Schacholympiade 2010 in einem offenen Brief und seiner Absage.

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