by Frank Hoppe

Zur den zentralen Runden der Schachbundesligen vom 1. bis 3. März in Berlin hatte der Deutsche Schachbund einen ganz besonderen Gast eingeladen. GM Robert Hübner, der vor wenigen Monaten seinen 70. Geburtstag feierte und in den 1970/80er Jahren zu den besten Schachspielern der Welt zählte, war für drei Tage in unserer Hauptstadt, um nicht nur die Partien seiner Erben in der Weltelite zu erleben, sondern auch selbst etwas von seinem Können zu zeigen und aus seinem Leben zu erzählen. Den Anfang machte am Freitag ein Simultanschachturnier an 25 Brettern. Dem folgte am Sonnabend ein mehr als zweistündiger Vortrag mit Momenten aus seinen Qualifikationsturnieren zur Weltmeisterschaft, dem weit über 100 Zuschauer folgten.

Für das Simultan hatten wir in den letzten Monaten bei der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft und auf unserer Website Plätze verlost. Weitere Kontrahenten des Großmeisters rekrutierten sich u.a. aus jungen Kaderspielern des DSB, den Preisträgern vom Lasker-Tag des Schachs und Vertretern des Berliner Schachverbandes. Damit kein Brett unerwartet freiblieb, führten wir vor Ort eine Warteliste die sich schnell füllte. Locker hätten wir die doppelte Anzahl an Brettern aufbauen können, doch auch so waren die 25 Bretter für Robert Hübner eine große Herausforderung. Das lag nicht nur an den zum Teil recht starken Gegnern, sondern auch an den Laufwegen im Saal. Für eine Runde mußte der Großmeister rund 70-80 m zurücklegen, und er brauchte dafür im Durchschnitt rund 12 Minuten, wie uns einer seiner Gegner mitteilte. Für durchschnittlich 40 Züge hatte Hübner somit 3000 m in den Beinen und er mußte lange Zeit an jedem Brett Halt machen, weil kaum einer der 25 Kontrahenten schnell zu besiegen war.

Der erste Punkt deutete sich dann aber ausgerechnet am Brett von Matthias Kribben an. Der Fernschach-Großmeister und -Olympiasieger hatte eine alte Schachzeitschrift von 1983 mitgebracht, auf deren Titelbild ganz groß Hübner abgebildet war – und er selbst! Während das Konterfei Hübner’s wie selbstverständlich damals auf jeden Titel gehörte, schaffte es Kribben dank seines Sieges in der (west-)deutschen Jugend-Fernschachmeisterschaft auf die erste Seite. Als Hübner bei seiner Marathonrunde am Brett von Kribben ankam, entrollte der das “Schach-Echo” und legte es dem Großmeisterkollegen zum Signieren hin. Es sah aber nicht so aus, als ob Hübner darauf das Foto seines Gegenübers wahrgenommen hatte.

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