Januar 27, 2021

Bettina Trabert – Ein Glücksfall für das deutsche Schach

Es gibt Tage, da wünscht man sich, man wäre nie aufgestanden und es gibt Tage, die werden einem immer in Erinnerung bleiben. So auch der Schlusstag des vorzüglich organisierten Zonenturniers der Frauen, im Jahre 1987, in Erlangen.

Im Vorfeld hatte der DSB einige Absagen zu verkraften. Die etablierten Spielerinnen, 4 an der Zahl, allesamt Titelträgerinnen, sagten ihre Teilnahme aus beruflichen Gründen ab. Dies war die Chance für die sogenannte zweite Garde, eine Gruppe junger ambitionierter Damen, die sich nun auf internationalem Parkett zeigen und beweisen durfte. Auch wenn das Ergebnis heute Geschichte ist, gilt, wann erlebt man dies schon mal, eine Spielerin qualifiziert sich für das Interzonenturnier und zeitgleich kürt der Weltschachbund zwei deutsche Spielerinnen zur Internationalen Meisterin.

„Das Küken“, so wurde Bettina Trabert von der Fach-Presse liebevoll genannt, und Ingrid Lauterbach, beide erzielten mehr als zwei Drittel der möglichen Punkte. DSB-Herz was willst Du mehr?

Bettina Trabert stand am Ende ganz oben und blieb als einzige Teilnehmerin (+6 =4 -0) ungeschlagen. Die jüngste Teilnehmerin im 11-köpfigen Starterfeld qualifizierte sich damit im zarten Alter von 18 Jahren für das Interzonenturnier zusammen mit der im Vorfeld hochgehandelten Exil-Bulgarin und in der Schweiz lebenden Tatjana Lematschko (+7 =2 -1), die von Bettina Trabert, in einer von beiden Seiten ideenreich und unkonventionell geführten Partie, besiegt werden konnte.

Ingrid Lauterbach, die lange Zeit als eine Kandidatin für einen der beiden Qualifikationsplätze gehandelt wurde, musste am Ende mit dem dritten Platz (+7 =0 -3) vorliebnehmen. Die Verleihung des IM-Titels der Frauen war vermutlich nur ein kleiner Trost für Sie.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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