Januar 17, 2021

Wie Frederik Svane Weltmeister wurde (und was er danach gemacht hat)

Gefeiert hat Frederik Svane seinen Erfolg nicht. Jedenfalls nicht im traditionellen Sinne. Nachdem er Schachweltmeister U16 geworden war, tat der junge Mann aus Lübeck das, was er liebsten tut: Schach spielen.

Erst begab er sich in den Twitch-Kanal der Deutschen Schachjugend, wo in den Tagen zuvor DSJ-Öffentlichkeitsarbeiter Lars Drygajlo mit wechselnden Gästen Svanes Weg ins Finale begleitet hatte. Dann fuhr Frederik Svane seinen eigenen Kanal namens „chessfis“ hoch. Eigentlich wollte er seine Zuschauer durch die WM-Partien führen, aber konnte letztlich doch nicht der Versuchung widerstehen, ein paar Partien zu spielen.

„Der Weltmeister gibt sich die Ehre“: Frederik Svane alias chessfis auf seinem Twitch-Kanal.

Mit seinem Schach in der WM-Endrunde sei er zufrieden, sagte Frederik Svane im Gespräch mit Drygajlo. „Ich hatte ja Glück, dass ich überhaupt dahin gekommen bin.“ Eigentlich habe er nur das Achtelfinale überstehen wollen, was trotz einer wackeligen zweiten Partie gelang. Im Viertelfinale gegen GM Jonas Buhl Bjerre, neben Vincent Keymer der Turnierfavorit, hatte sich Svane für den klaren Außenseiter gehalten. „Jonas ist einfach besser als ich.“

Aber vielleicht nicht beim schnellen Bildschirmschach? „Das Format hat mir in die Karten gespielt“, räumt der neue Weltmeister ein. Svane glaubt aber auch, dass die zurückliegenden Monate mit viel Training und viel Onlineschach generell seiner Spielstärke geholfen haben. „Mein Schachverständnis hat sich in dieser Zeit komplett geändert“, sagt Svane. Viele Stellungen bewerte er jetzt ganz anders als früher.

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