Januar 15, 2021

Jetzt kommt die zweite Welle: „Jeden Tag ein neuer Rekord“

Auf der weltgrößten Schachplattform chess.com haben jetzt erstmals an einem Tag mehr als drei Millionen Menschen Schach gespielt. Das teilt chess.com-CEO Erik Allebest in einem Blogpost mit – und gesteht ein, dass der anhaltende, jegliche Erwartung bei weitem übertreffende Ansturm seinen Technikern Schwerstarbeit beschert: „Wir sind dankbar, und wir arbeiten so hart wir können.“ Gleichwohl lasse sich das eine oder andere kapazitätsbedingte Problem nicht ausschließen, teilt Allebest zwischen den Zeilen mit.

Ende März dachte chess.com-Chef Erik Allebest, dieses sei der Höhepunkt. Er irrte gewaltig.

Nicht nur chess.com verbucht „jeden Tag einen neuen Rekord“. Auch auf der zweitgrößten Plattform Lichess geht die Zahl der Spieler rasant nach oben. Die Pandemie hatte gerade begonnen, da waren erstmals mehr als 50.000 Spieler gleichzeitig eingeloggt. Dieser Rekord ist längst verdoppelt. Mittlerweile sind mehr als 100.000 Spieler gleichzeitig keine Sensation mehr, Tendenz steigend.

Mehr als 50.000 Spieler gleichzeitig? Pah, ein alter Hut.

Woher das kommt, ist leicht zu diagnostizieren. Als die Pandemie begann, die Menschen daheim nach Beschäftigung und die Schachklubs nach Alternativen für den Vereinsabend suchten, begann die erste Welle. Die Woche für Woche, mittlerweile von Lichess institutionalisierte Quarantäne-Bundesliga surft darauf immer noch mit anhaltendem, wachsenden Erfolg. Von der eingleisigen ersten und zweiten Liga bis hinab in die dreigeteilte Liga 14 treffen sich dort zwei Mal wöchentlich mehr als 5.000, zuletzt mehr als 5.500 Menschen zum freundschaftlichen Vergleich in 38 Ligen. „Die Umbenennung in offizielle Lichess-Bundesliga hat dem Ganzen nochmal neuen Schwung gegeben“, sagt Liga-Erfinder Jens Hirneise.

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