Markus Angst – Offenes Rennen um den Titel – Startrunden-Match zwischen dem heimlichen Transfersieger Réti und dem Vorjahresdritten Riehen live im Internet

Mit der wegen der Einzel-Europameisterschaft in Skopje (Mazedonien) vorgezogenen 1. Nationalliga-A-Runde beginnt am 10. März die neue Saison der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM). Der von der Papierform ausgeglichenste Match der Startrunde zwischen Réti Zürich (Nr. 6) und Riehen (Nr. 3) wird auf der Homepage des ASK Réti live übertragen.

Der einzige nennenswerte Spielerwechsel in der Nationalliga A: IM Gabriel Gähwiler zog von Winterthur zu Meister Luzern.

Die Ausgangslage in der obersten Spielklasse präsentiert sich ähnlich wie im Vorjahr. Mit Genf (ELO-Schnitt der Top-Ten-Spieler: 2477), Riehen (2459), Titelverteidiger Luzern (2455) und Zürich (2454) liegen die vier besten Teams innerhalb von nur 23 ELO-Punkten. Auch Vorjahresmeister Winterthur (2410) und Réti Zürich (2403) liegen oberhalb der 2400er-Grenze und haben damit Aussenseiterchancen, während sich Wollishofen (2361) als Einer-Mittelfeld-Klub präsentiert.

Auffällig ist, dass es innerhalb der obersten Spielklasse nur gerade zwei Spielerwechsel gab – und diese betreffen die beiden gleichen Klubs. IM Gabriel Gähwiler zog von Winterthur zu Luzern, WFM Lena Georgescu ging den umgekehrten Weg. Ursprünglich vermeldete Luzern mit dem bis anhin für Winterthur spielenden GM Florian Jenni eine weitere Verstärkung, doch der zweifache Schweizer Meister trat mittlerweile vom aktiven Schachsport zurück.

Heimlicher Transfersieger ist Réti. Beim Vorjahressechsten gibt ein Jahr nach FM Matthias Gantner, der von 2014 bis 2017 wegen eines Studienaufenthalts im Ausland nicht SMM gespielt hatte und seit dieser Saison als neuer Captain amtiert, mit IM Julien Carron (Juniorenmeister 2005) ein weiterer starker Schweizer Spieler sein Comeback. Der 33-jährige promovierte Astrophysiker, der seine letzte SMM-Partie 2012 für Wollishofen spielte, kehrte nach sechsjähriger Tätigkeit an zwei Universitäten in den USA und in England in die Schweiz zurück. Zudem verstärkte sich Réti, das keine Abgänge verzeichnet, mit dem an der ETH Zürich studierenden portugiesischen IM David Pires Tavares Martins (21).

A propos Réti: Der von der Papierform ausgeglichenste Match der 1. Runde zwischen den Zürchern und Riehen wird auf der Homepage des ASK Réti (http://www.screti.ch/reti-live.html) live übertragen.

Als ELO-schwächste Mannschaften sind Echallens (2320) sowie die beiden Aufsteiger Solothurn (2251) und Nyon (2205) die drei Kandidaten für die beiden Abstiegsplätze. Während Solothurn seine zweite NLA-Saison nach 2016 mit unverändertem Kader bestreitet, gab es bei den beiden Waadtländer Teams jeweils zwei Mutationen. Der Vorjahresachte Echallens verlor Egzon Elezi (der im vergangenen Jahr allerdings keine einzige Partie spielte) und holte den französischen FM Niels Willems. Das seine erste NLA-Saison bestreitende Nyon gab FM Claudiu Prunescu (spielt für den neugegründeten Klub Prangins La Garde du Roi in der 3. Liga) ab und hat neu FM Avni Ermeni (von 1.-Liga-Absteiger Neuenburg) im Kader.

Nationalliga B: ein starkes Trio in der Ostgruppe

In den beiden Nationalliga-B-Gruppen, in denen die 1. Runde am 24. März ausgetragen wird, präsentiert sich die Ausgangslage für den Aufstieg völlig unterschiedlich. In der Ostgruppe, die wesentlich stärker ist, melden mit den beiden NLA-Absteigern Mendrisio (neu mit dem dänischen GM Boris Schatalbaschew, minus Oleg Zujew), St. Gallen (unverändertes Kader) sowie der früheren Liftmannschaft Bodan Kreuzlingen (ebenfalls keine Transfers), der sich für die verunglückte Vorsaison rehabilitieren will, gleich drei Mannschaften Ambitionen auf die Rückkehr ins Oberhaus an. Es wäre eine grosse Überraschung, wenn der Aufsteiger nicht aus diesem Trio stammen würde. Mit Schwarz-Weiss Bern II, Gligoric Zürich und Nimzowitsch Zürich spielen gleich drei Aufsteiger in der Ostgruppe, so dass mindestens ein Neuling den Klassenerhalt schaffen wird.

In der Westgruppe, in der neu auch die beiden aus der Ostgruppe kommenden Luzerner Equipen Luzern II und Tribschen spielen und in der die Top-Teams einen wesentlich tieferen ELO-Schnitt aufweisen als in der Nachbargruppe, nimmt Trubschachen einen weiteren Anlauf Richtung Nationalliga A. Die 2014 abgestiegenen Emmentaler, die neu mit dem deutschen IM Christopher Noe anstelle des tödlich verunglückten IM Lorenz Drabke spielen, belegten in den drei vergangenen Jahren jeweils den 2. Platz und gehören auch heuer wieder zu den Top-Favoriten auf den Aufstieg. Gefahr dürfte ihnen vor allem von Vevey (im Vorjahr 4./unverändertes Kader), Payerne (5./neu mit dem französischen IM Sébastien Joie), dem in der vergangenen Saison enttäuschenden Schwarz-Weiss Bern (6./neu mit dem titellosen, jedoch 2405 ELO aufweisen Deutschen Martin Heider), und Tribschen (6./keine Transfers) erwachsen. Zur Erinnerung: 2018 stieg mit Nyon der Vorjahres-Achte auf.

Insgesamt spielen dieses Jahr in der SMM 294 Mannschaften – sechs weniger als im Vorjahr. Die Teams der 1. bis 4. Liga spielen ihre Startrunde vom 18. bis 23. März.

Die 10 NLA-Klubs und ihre 10 Top-Spieler

Luzern (Vorjahresklassierung: 1.): GM Robert Hübner 2604, GM Martin Krämer 2547, GM Noël Studer 2507, IM Valery Atlas 2464, GM Florian Jenni 2455 (zurückgetreten), IM Oliver Kurmann 2444, IM Georg Fröwis 2427, IM Gabriel Gähwiler 2417, IM Roland Lötscher 2406, IM Beat Züger 2374, Nr. 11 FM Vincent Riff 2356.

Zuzüge: IM Gabriel Gähwiler (von Winterthur).

Abgänge: WFM Lena Georgescu (zu Winterthur).

ELO-Schnitt (ohne GM Florian Jenni): 2455 (Nr. 3 in der Nationalliga A).

Genf (2.): GM Juri Kryworuschko 2688, GM Romain Edouard 2640, GM Nikita Petrow 2568, GM Robert Fontaine 2552, IM Clovis Vernay 2533, GM Jean-Noël Riff 2495, GM Andrei Sokolow 2485, GM Gilles Miralles 2429, IM Alexandre Vuilleumier 2352, FM Quentin Burri 2345, Nr. 11 IM Claude Landenbergue 2327. – Vom Ausländer-Duo GM Juri Kryworuschko/GM Romain Edouard ist während der ganzen Saison nur einer spielberechtigt.

Zuzüge: keine.

Abgänge: keine.

ELO-Schnitt (ohne GM Romain Edouard): 2477 (Nr. 1).

Riehen (3.): GM Markus Ragger 2670, GM Andreas Heimann 2564, GM Olivier Renet 2518, IM Ioannis Georgiadis 2469, GM Ognjen Cvitan 2463, IM Dennis Breder 2452, IM Nicolas Brunner 2444, Gregor Haag 2348, Sebastian Schmidt-Schäffer 2333, FM Christian Flückiger 2331.

Zuzüge: keine.

Abgänge: FM Anvar Turdyev (spielt nicht mehr in der Nationalliga).

ELO-Schnitt: 2459 (Nr. 2).

Zürich (4.): GM Christian Bauer 2623, GM Yannick Pelletier 2551, GM Alexandra Kosteniuk 2527, GM Lothar Vogt 2474, IM Werner Hug 2456, GM Lucas Brunner 2455, IM Ilja Mutschnik 2407, Anthony Petkidis 2374, FM Jörg Grünenwald 2336, FM Jonathan Rosenthal 2334.

Zuzüge: Anthony Petkidis (D/Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz).

Abgänge: keine.

ELO-Schnitt: 2454 (Nr. 4).

Winterthur (5.): GM Pentala Harikrishna 2721 ELO, GM Nico Georgiadis 2547, IM Richard Forster 2460, IM Dennis Kaczmarczyk 2439, Philipp Balcerak 2348, FM Walter Bichsel 2340, IM Martin Ballmann 2332, FM Emanuel Schiendorfer 2315, FM Kambez Nuri 2308, FM Benedikt Hasenohr 2288.

Zuzüge: WFM Lena Georgescu (Nr. 17/von Luzern).

Abgänge: GM Florian Jenni (Rücktritt), IM Gabriel Gähwiler (zu Luzern), IM Thomas Henrichs (zu Winterthur II/NLB/spielte 2018 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2410 (Nr. 5).

Réti Zürich (6.): GM Sebastian Bogner 2600, GM Mihajlo Stojanovic 2524, GM Joe Gallagher 2458, IM David Pires Tavares Martins 2418, IM Christian Maier 2374, IM Julien Carron 2369, IM Jewgeni Degtjarew 2367, FM Michael Hofmann 2312, Francesco Antognini 2306, FM Matthias Gantner 2305.

Zuzüge: IM David Pires Tavares Martins (Por/Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz), IM Julien Carron (spielte seit 2012 nicht mehr SMM).

Abgänge: keine.

ELO-Schnitt: 2403 (Nr. 6).

Wollishofen (7.): GM Michael Prusikin 2522, IM Luca Kessler 2420, IM Roger Moor 2407, FM Marco Gähler 2381, IM Olivier Moor 2352, FM Martin Fierz 2350, IM Michael Hochstrasser 2333, Andreas Umbach 2292, FM Fabian Mäser 2287, Jürgen Fend 2264.

Zuzüge: keine.

Abgänge: FM Franz Guttenthaler (spielte 2018 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2361 (Nr. 7).

Echallens (8.): IM Guillaume Sermier 2379, GM Florin Gheorghiu 2371, FM Gabriele Botta 2361, FM Aurelio Colmenares 2353, FM Niels Willems 2335, IM Ralph Buss 2335, FM Yevgen Bondar 2326, IM Manuel Valles 2301, Lindo Duratti 2220, Cédric Pahud 2219.

Zuzüge: FM Niels Willems (Fr/Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz).

Abgänge: Egzon Elezi (spielte 2018 keine einzige Partie).

ELO-Schnitt: 2320 (Nr. 8).

Solothurn (Aufsteiger): GM Sergej Owsejewitsch 2601, WGM Ghazal Hakimifard 2318, FM Lukas Muheim 2277, IM Ali Habibi 2250, FM Bruno Schwägli 2249, Thomas Flückiger 2225, Sebastian Muheim 2185, Florian Schiendorfer 2181, Marcel Fischer 2116, Samuel Krebs 2103.

Zuzüge: keine.

Abgänge: keine.

ELO-Schnitt: 2251 (Nr. 9).

Nyon (Aufsteiger): IM Jean Netzer 2395, FM Murtez Ondozi 2371, FM Avni Ermeni 2272, FM Holger Rasch 2256, Emilien N’Guyen 2227, Pascal Guex 2127, Olaf Schweitzer 2109, Georges Rochat 2103, Willis Jrade 2101, Laurent Vilaseca 2089.

Zuzüge: FM Avni Ermeni (von Neuenburg/1. Liga).

Abgänge: FM Claudiu Prunescu (Prangins La Garde du Roi/3. Liga).

ELO-Schnitt: 2205 (Nr. 10).

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