In der vorletzten Runde der Frauenbundesliga hat es erste Vorentscheidungen im Abstiegskampf gegeben. Bayern München steht als erster Absteiger fest, und Pankow und Karlsruhe hilft nur ein mittelprächtiges Wunder. Gerettet sind wohl Hofheim und Harksheide. Außerdem ist Bad Königshofen nur noch einen Schritt von der deutschen Meisterschaft entfernt. In der letzten Runde gegen den Tabellenvorletzten Pankow reicht ein 3-3 Unentschieden zum ersten Titel seit 2014. Platz 2 spielen Schwäbisch Hall und Baden-Baden im direkten Vergleich aus. Hamburg ist nach dem Unentschieden gegen Rodewisch nur noch 4., würde aber mit einem Sieg gegen den schon als Absteiger feststehenden FC Bayern München auf einen Treppchenplatz vorrücken,

Bad Königshofen hatte mit dem Favoritenschreck aus Lehrte nur anfangs Probleme. “Türöffner” für den deutlichen 5,5-0,5-Sieg war Jana Schneider (siehe Titelbild). Sie war gegen Fiona Sieber die ganze Partie über in der Defensive und stand zwischenzeitlich auch mal deutlich schlechter. Doch am Ende überzog die Lehrter Spitzenspielerin die Stellung und übersah dann noch zu allem Überfluss ein zweizügiges Matt.

Die Begegnung Hamburg-Rodewisch war hochspannend und endete mit einem leistungsgerechten 3-3. Insbesondere in der Partie Melanie Lubbe – Sarah Hoolt herrschte teilweise ein ziemliches Chaos auf dem Brett, die Partie endete etwas glücklich für Melanie mit Dauerschach. Schon überraschender war das 3-3 zwischen Deizisau und Baden-Baden. Die Baden-Badener Führung durch Josefine Heinemann glich Elena Köpke gegen Anna Zatonskih aus. Alle anderen Partien endeten Remis. Schwäbisch Hall gewann gegen Karlsruhe ganz glatt mit 6-0, um den Abstieg noch zu vermeiden braucht jetzt Karlsruhe einen Sieg gegen Deizisau,

Im Abstiegskampf schafften Hofheim und Harksheide “Big Points” gegen Pankow bzw. Bayern München, beide Kämpfe endeten 4-2. Umkämpft war die Begegnung Hofheim-Pankow: nach 4 Stunden liefen noch alle 6 Partien. Matchwinner waren die vorderen Bretter, Sonja Bluhm und Inna Agrest gewannen ihre Partien, und auch die Hofheimer Topscorerin Ulrike Rößler (jetzt 7/8) gewann. Bayern München steht als erster Absteiger fest. Pankow braucht einen hohen Sieg gegen Tabellenführer Bad Königshofen und Karlsruhe einen Sieg gegen Deizisau (hier wird ein 3-3 wegen der schlechten Brettpunkte nicht reichen), beides erscheint eher unwahrscheinlich, daher können wohl Hofheim und Harksheide für eine weitere Bundesligasaison planen.

Hier die Ergebnisse, die Tabelle und der Link zu den Partien.

Und dann gibt es noch den Schach-Ticker-Preis für die beste Spielerin und die beste Nachwuchsspielerin, der jeweils aus einem Druck der Hamburger Künstlerin Elke Rehder nach Motiven der Schachnovelle von Stefan Zweig besteht. Hier ist noch nichts entschieden, vor der letzten Runde liegt in der offenen Wertung Dina Belenkaya mit 7,5/8 vorne (zwar haben Ekaterina Kovalevskaya und Sarasadat Khademalsharieh 6/6 erreicht, aber sie können nicht mehr auf die notwendigen 8 Partien kommen). In der Nachwuchswertung liegen punktgleich mit 7/8 Alexandra Obolentseva (Bad Königshofen) und Josefine Heinemann (Baden-Baden) vorne, der höhere Gegnerschnitt spricht aktuell für Alexandra Obolentseva, aber es ist ja noch eine Runde zu spielen.

KORREKTUR: zum Stand der besten Nachwuchsspielerin gibt es eine Korrektur von Raymund Stolze: Alexandra Obolentseva hat ja eine Partie kampflos gewonnen, kann also nicht auf 8 gespielte Partien kommen, das war mir entgangen. Damit steht Josefine Heinemann als beste Nachwuchsspielerin fest, da sie in der letzten Runde der Frauenbundesliga nicht mehr spielt. Fun-Fact am Rande: sie spielt heute nicht für Baden-Baden, sondern gegen Baden-Baden, und zwar an Brett 8 für Viernheim gegen Etienne Bacrot.

Eine weitere gute Nachricht: Laut Preis-Organisator Raymund Stolze wird es den Preis auch in der nächsten Saison wieder geben.

Hier eine Bildergalerie der 10 Runde:

 

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