Oktober 28, 2021

Schachveranstaltung anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit erfolgreich verlaufen

 Es diskutierten (von links nach rechts): Artur Jussupow, Andrea Bley, Thomas Brockmeier, Paul Werner Wagner, Robert W. Jahn, Daniel Haun, Elisabeth Pähtz

Am 2. und 3. Oktober 2020 hatten die Schachstiftung GK gGmbH und der Verein „Kinderschach in Deutschland“ zu einem besonderen Event nach Leipzig eingeladen. Am Freitagabend diskutierten im „Felix im Lebendigen Haus“ unter der Moderation von Paul Werner Wagner Schachexperten aus Theorie und Praxis zum Thema: „Der Einfluss von Schach auf die frühkindliche Bildung, Entwicklung junger Persönlichkeiten, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ vor zahlreichen Gästen. Im Einzelnen hatten im Präsidium Platz genommen:

 Artur Jussupow, Schachgroßmeister und Dritter der Weltrangliste 1986 und 1987
 Andrea Bley, Erzieherin in der Kita „Holunderzwerge“ in Leipzig-Knauthain und Schachpädagogin
 Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau
 Prof. Dr. Daniel Haun, Universität Leipzig
 Prof. Dr. Robert W. Jahn, Otto-von Guericke-Universität Magdeburg
 Elisabeth Pähtz, Schachgroßmeisterin und frühere Jugend- und Juniorenweltmeisterin

Nach der Eröffnung durch Dr. Gerhard Köhler, Präsident des Kinderschach in Deutschland e. V., wurde mit einer Schweigeminute des kürzlich verstorbenen Großmeisters und weltbekannten

Die deutschen Meisterinnen und Meister.
in der 2. Reihe von rechts: Dr. Gerhard Köhler, Organisator und Präsident Kinderschach in Deutschland e. V.; daneben Paul Werner Wagner, Moderator Podiumsdiskussion

Schachspielers Wolfgang Uhlmann (Dresden) gedacht. Es schloss sich das Grußwort des Leipziger Bürgermeisters und Beigeordneten für Umwelt, Ordnung und Sport Heiko Rosenthal an.
Danach wurde in der Diskussion auf die Werte und die positiven Auswirkungen des ältesten Strategiespieles der Welt auf die frühkindliche Entwicklung eingegangen.

Elisabeth Pähtz berichtete, dass die frühe Beschäftigung mit dem Schachspiel dazu geführt hat, dass sie im vernetzten Denken, zum Beispiel bei der Mathematik, einen deutlichen Vorsprung vor ihren Mitschülern hatte. Auch das Auswendiglernen und Kopfrechnen sei ihr leicht gefallen. Andrea Bley ergänzte, dass die Konzentration auf das Spiel ein positiver Effekt sei. Die Kinder fokussieren sich auf das Schachbrett und erlernen damit sich über einen längeren Zeitraum nur mit einer Sache zu befassen.

Im weiteren Verlauf wurde von den Protagonisten festgestellt, dass man lernt, verlieren zu können. Eine Niederlage ist kein Unglück, aber der Gegenspieler war eben besser. Prof. Dr. Brockmeier brachte es auf den Punkt: „Im Schach muss man Entscheidungen treffen und dazu stehen. Das ist eine Schule für das Leben. Außerdem lernt man mit Anstand zu verlieren und mit Demut zu gewinnen.“

Am Sonnabend wurde dann das Leipziger Schachwochenende mit dem „praktischen“ Teil fortgesetzt. 17 Deutsche Meisterinnen und Meister (1946 bis 1990) aus Ost und West trafen sich zu einem Rapidturnier im Augusteum der Universität Leipzig. Älteste Teilnehmer waren Dr. Gabriele Just (84), DDR Meisterin 1964, 1965, 1972 und Dr. Friedrich Baumbach (85), DDR-Meister 1970 und Fernschachweltmeister 1988.

Veranstalter Dr. Gerhard Köhler zeigte sich stolz, dass so viele Schachlegenden seiner Einladung gefolgt waren. Bei der großen Wiedersehensfreude gerieten die Ergebnisse des Turniers fast in den Hintergrund. Sieger wurde Rainer Knaak vor Uwe Bönsch und Thomas Pähtz. Bei den Frauen siegte Kerstin Kunze, vor Dr. Gundula Heinatz und Iris Mai. Parallel dazu spielten Elisabeth Pähtz und Artur Jussupow. Erstere spielte simultan gegen 17 Kinder. Sie gewann alle Partien, wobei zwei sehr talentierte Spieler die Großmeisterin überaus forderten.

Leipzig, Uni////Das Schachevent der besonderen Art// Deutsche Meister der Männer und Frauen von 1946 bis 1990 spielen zum Tag der Deutschen Einheit gegeneinander, zeitgleich starteten 2 Simultanspiele Kinder unter 16 mit Gegnerin Elisabeth Pähtz (2007 Juniorweltmeisterin) und im Erwachsenentunier gegen Artur Jussupow (1980 Großmeister)

Jussupow hatte 18 gestandene Schachfreunde als Kontrahenten. Er gewann 12 Partien, 6 endeten remis. Den längsten Widerstand leistete Thomas Brockmeier, dessen Partie mit Remis endete.
Einen besonderen Dank gebührt dem Organisationsteam um Dr. Wilfried Röder. Ihm ist es gelungen, trotz der Corona bedingten Umstände und weiteren Widrigkeiten für einen reibungslosen Ablauf an beiden Tagen zu sorgen.

Informationen zur Schachstiftung und dem Kinderschach in Deutschland e. V.:

http://schachstiftung-gk.de

http://kinderschach-in-deutschland.de

Bildautorin ist Maike Glöckner

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