Januar 24, 2022

Betr.: Wolfgang Uhlmann (†)

In den Jahren seiner Regentschaft, speziell während der hochpolitischen WM-Matches gegen den Dissidenten Viktor Kortschnoi, konnte Schachweltmeister Anatoli Karpov auf jede mögliche Unstertützung zugreifen. Und von der gab es im schachaffinen sowjetischen Riesenreich jede Menge. Aber als es darum ging, eine Waffe gegen Kortschnois Französische Verteidigung zu präparieren, suchte sich Karpov Hilfe nicht bei einem der zahllosen sowjetischen Elitespieler, sondern in Deutschland.

Genauer: in Dresden. Dort lebte Großmeister Wolfgang Uhlmann, einst selbst WM-Kandidat und über Jahrzehnte der führende Experte in Sachen Französisch. Uhlmanns Nachhilfe für den Weltmeister fruchtete: Karpov behielt den Titel, Kortschnoi geht als einer der stärksten Spieler, die ihn nie gewannen, in die Geschichte ein.

„Kortschnoi war wohl ein bisschen sauer auf mich und hat später nie gerne gegen Karpov Französisch gespielt“, soll Uhlmann gesagt haben. Gleichwohl hat Kortschnoi in WM-Kämpfen nie mit Französisch gegen Karpov verloren. Aber er war nahe dran. Die 22. Matchpartie 1978 glich für Schwarz einem Debakel, auch wenn Kortschnoi sie retten konnte. Sie wird ihm eine Warnung gewesen sein.

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Betr.: Wolfgang Uhlmann (†)

 

 

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