Juli 3, 2022

Micdrop und Nichtbefassung: Kongressnachwehen

Wer Schach liebt und gerne darüber redet, was wir für unser Spiel tun können, ist beim Schachkongress falsch. Dort treffen sich in erster Linie Verwaltungsleute, die gerne Satzungs- und Verfahrensfragen erörtern und um die Paragrafen-Interpretationshoheit wetteifern.

Aber das mag sich in den kommenden Jahren ändern. Einen Strohhalm der Hoffnung finden wir im zweitägigen Kongressgeschehen durchaus: Selten (nie?) haben sich so viele junge Leute eingebracht. Zahlreiche bunte Punkte spickten das Magdeburger Feld des ergrauten Gestaltungsvakuums.

Noch sind die bunten Punkte in der Minderheit, und so wurde nicht der von der Niedersächsischen Schachjugend geprägte „Micdrop“ zum bestimmenden Begriff des Kongresses. Einen solchen bejubelte die norddeutsche Truppe via Twitter, sobald der Verhandlungsführer der Kreativabteilung wieder den Schatzmeister oder Rechtsberater der Verwaltung vorgeführt hatte. Und doch bleibt am Ende der Veranstaltung nicht in erster Linie das Jugendwort „Micdrop“, sondern der Verwaltungsbegriff „Antrag auf Nichtbefassung“ hängen.

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