Am kommenden Wochenende werden nach einem Jahr Pause die letzten 3 Runden der Frauenbundesliga wieder zentral in Berlin gespielt. Es ist wieder ein Event der Superlative zu erwarten, zu den Begegnungen der Schachbundesliga (hier werden die Runden 9-11 gespielt) und der Frauenbundesliga kommen unzählige weitere Veranstaltungen, Programm und Zeitplan des Schach-Wochenendes im Berliner Maritim-Hotel findet man hier. Start der Runden ist am Freitag, dem 1.3. um 16:00, am Samstag, dem 2.3. um 13:00 und am Sonntag, dem 3.3. um 10:00. Höhepunkte des Rahmenprogramms sind ein Simultan von Dr. Robert Hübner am Freitagabend, das große Lasker-Blitzturnier am Samstagabend und die Bundesvereinskonferenz, die sich wie in den Vorjahren über 3 Tage erstreckt.

An dieser Stelle möchte ich jetzt aber auf die Frauenbundesliga eingehen. Im Rennen um die deutsche Meisterschaft hat der SC Bad Königshofen nach dem Sieg über Schwäbisch Hall die besten Karten, denn die Franken haben nicht nur einen Punkt Vorsprung auf Hamburg und Baden-Baden, sondern auch das vermeintlich leichteste Restprogramm. Es geht noch gegen Hofheim, Lehrte und Pankow. Jedoch haben Hofheim und vor allem Lehrte gezeigt, dass sie für Überraschungen gut sind: Lehrte schlug Hamburg und spielte unentschieden gegen Deizisau, Hofheim war in Runde 1 ganz nah an einem Sieg gegen Baden-Baden. Baden-Baden und Hamburg hoffen natürlich auf einen Ausrutscher von Bad Königshofen, aber gerade für Baden-Baden steht in der letzten Runde noch das Spitzenspiel gegen Schwäbisch Hall an, und man weiß aktuell nicht, wer von den Spielerinnen, die bei der sehr kurzfristig angesetzten Team-Mannschafts-WM spielen werden, in Berlin verfügbar ist. Die Team-WM beginnt nur einen Tag nach dem Bundesligafinale im kasachischen Astana. Betroffen von der Team-WM sind insbesondere die Teams aus Bad Königshofen (Gunina, Girya), Baden-Baden (2x Muzychuck, Kosteniuk) und Schwäbisch Hall (Javakhishvili, Batsiashvili). Daher bleibt abzuwarten, wer denn wirklich für die einzelnen Teams in Berlin an die Bretter geht. Aufstellungssorgen aufgrund einer Vielzahl von Parallelveranstaltungen ziehen sich ja bei vielen Mannschaften wie ein roter Faden durch die Saison. Aber wie soll man auch einen vernünftigen Terminplan machen, wenn sogar für Topveranstaltungen die Termine manchmal erst wenige Monate oder gar Wochen vorher feststehen?

Noch spannender als das Rennen um die Meisterschaft ist der Abstiegskampf. 5 Mannschaften werden die 3 Absteiger unter sich ausmachen, das sind in der Reihenfolge der aktuellen Tabelle Karlsruhe, Hofheim, Harksheide, Pankow und München. Im Gegensatz zur Schachbundesliga sind Rückzüge oder ein Aufstiegsverzicht in der Frauenbundesliga eher unwahrscheinlich – die Finanzierung der Frauenbundesliga ist etwas leichter zu stemmen als die der Schachbundesliga, und die schon feststehenden Aufsteiger sind alte Bekannte: Erfurt, Kiel und Leipzig schafften den direkten Wiederaufstieg und werden ihr Aufstiegsrecht sicher auch wahrnehmen. Daher wird es wohl bei 3 Absteigern bleiben. Der Abstieg wird sich in vielen direkten Duellen in den letzten Runden entscheiden, dabei hat Karlsruhe neben Bayern München die schlechtesten Karten: die Karlsruherinnen spielen noch gegen die Ligaschwergewichte Schwäbisch Hall, Baden-Baden und Deizisau und brauchen noch mindestens einen, wenn nicht zwei Punkte für den Klassenerhalt.

Außerdem gibt es wie schon in den vergangenen Jahren den Schach-Ticker-Preis für die beste Einzelspielerin und die beste Nachwuchsspielerin der Frauenbundesliga. Raymund Stolze ist es gelungen, zwei Originalgrafiken der Künstlerin Elke Rehder (hier der Link zu ihrer Seite) zu erhalten, hier sein Text zu den Preiskriterien und zum aktuellen Stand:

Spannung ist vor der Zentralen Endrunde in Berlin, wo vom 1. bis 3. März  im Maritim Hotel die drei finalen Runden der Frauen-Bundesliga ausgetragen werden, auch bei der Wahl für die Bundesliga-Spielerin des Jahres angesagt. Diese Auszeichnung vergibt der Schach-Ticker bereits zum sechsten  Mal und wir freuen uns, dass die Hamburger Malerin und Buchkünstlerin Elke Rehder dafür zwei sehr schöne Grafiken gespendet hat. Für den Titel „Nachwuchsspielerin der Saison“ – hier dürfen die Kandidatinnen beim Start in die Spielzeit 2018/19 [27. Oktober 2018] noch nicht 23 Jahre alt gewesen sein – hat Josefine Heinemann (OSG Baden-Baden) mit 5,5/6  die besten Aussichten. Allerdings muss sie noch zwei weitere Einsätze vorweisen, um auf die geforderten mindestens acht Partien zu kommen. Es folgt ihr mit Abstand Filiz Osmanodja (Hamburger SK), die aus bisher acht Partien 5,5 Punkte auf ihrem Konto hat.

Die Wertung ist übrigens höchst einfach: Gewinner sind jene beiden Frauen, die bei mindestens 8 Partien prozentual das beste Ergebnis erzielt haben. Bei Gleichstand gibt der Elo-Durchschnitt der Gegnerinnen den Ausschlag.

In der Königsklasse „Bundesliga-Spielerin des Jahres“ könnte es durchaus sein, dass die Siegerin aus einem Trio kommt. Mit 6/6 hat aktuell Ekaterina Kovalevskaja von Titelverteidiger Baden-Baden die größten Chancen. Mit jeweils 5,5/6 sind ihr jedoch Dina Belenkaja von Spitzenreiter SC Bad Königshofen und Außenseiterin Ulrike Rößler (SV Hofheim) dicht auf den Fersen, mit 6,5/8 lauert Karina Ambartsumova vom SK Schwäbisch Hall dahinter, zumindest sie hat die erforderlichen 8 Partien bereits gespielt.

Freitag ab 16:00 spielen zunächst die Reisepartner gegeneinander. Die letzten beiden Runden starten dann am Samstag um 13:00 und am Sonntag um 10:00. Alle Partien werden auf dem Liveportal der Schachbundesliga übertragen.

Alle Begegnungen vom Wochenende

Link zur Ergebnisseite beim DSB

Fr        01.03.19          16:00   SV Hofheim – SC Bad Königshofen
Fr        01.03.19          16:00   SC Rotation Pankow – SK Lehrte
Fr        01.03.19          16:00   Karlsruher SF- OSG Baden-Baden
Fr        01.03.19          16:00   SK Schwäbisch Hall – SF Deizisau
Fr        01.03.19          16:00   Hamburger SK – TuRa Harksheide
Fr        01.03.19          16:00   Rodewischer SM – FC Bayern München

Sa       02.03.19          13:00   SC Bad Königshofen – SK Lehrte
Sa       02.03.19          13:00   SV Hofheim – SC Rotation Pankow
Sa       02.03.19          13:00   OSG Baden-Baden – SF Deizisau
Sa       02.03.19          13:00   Karlsruher SF – SK Schwäbisch Hall
Sa       02.03.19          13:00   TuRa Harksheide – FC Bayern München
Sa       02.03.19          13:00   Hamburger SK – Rodewischer SM

So       03.03.19          10:00   SC Rotation Pankow – SC Bad Königshofen
So       03.03.19          10:00   SK Lehrte von – SV Hofheim
So       03.03.19          10:00   SK Schwäbisch Hall – OSG Baden-Baden
So       03.03.19          10:00   SF Deizisau – Karlsruher SF
So       03.03.19          10:00   Rodewischer SM – TuRa Harksheide
So       03.03.19          10:00   FC Bayern München – Hamburger SK

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