Robert James Fischer (by Frank Stiefel)

Anfang der 70er Jahre experimentierte der US-Amerikaner, Robert (Bobby) James Fischer mit dem Zug 1.b3. Das Resultat dieser Bemühungen waren 4 Siege aus 4 Partien. Seine Opfer waren neben dem gestandenen tschechischen Großmeister Miroslav Filip, drei hoffnungsvolle junge Talente, die auf ihre Weise noch Schachgeschichte schreiben sollten, Henri Mecking aus Brasilien, Vladimir Tukmakov aus der Sowjetunion sowie der Schwede Ulf Andersson.

Heute sehen wir die Partie von Fischer gegen Andersson, die unbestritten zu den Klassikern der Schachgeschichte gehört. Diese Partie wurde unmittelbar mach Beendigung der Schach-Olympiade in Siegen, im Jahre 1970 als Schaukampf, gesponsert von einer schwedischen Zeitung, ausgetragen. Experten bezeichnen die hier angewandte Vorgehensweise Fischers als “schleichende Strategie der gespannten Felder”. Ulf Andersson soll nach der Partie von Fischers Spiel derart beeindruckt gewesen sein, dass er sich dieser Spielweise annahm, dabei entwickelte er sich in den Folgejahren zu einem der führenden Igel-Experten der Welt.

Warum Fischer von seinem Standarderöffnungszug 1.e4 abwich und was er mit dieser Spielweise beabsichtigte, wissen wir nicht, aber man kann annehmen, dass er seinen Kontrahenten auf ungewohntes Terrain locken wollte. Möglicher Weise vertraute er darauf, dass sein Gegner, der gerade 19 Jahre alt geworden war, nicht über genügend Erfahrungswerte verfüge, welche beim Wechsel von einer rein positionell angelegten Spielweise hin zum konkreten Spiel erforderlich sind.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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