Caissa hilf! Wer rettet den Spielbetrieb?

11 Antworten

  1. Kommentator sagt:

    Zum Kommentar von GHertneck: Ich habe im Sinn, dass die FIDE vor etwa einem Monat für Wettbewerbe, die wegen der Corona-Pandemie unterbrochen wurden, die Regelung mit der Höchstdauer ausdrücklich ausgesetzt hat, kann die Mitteilung aber auf die Schnelle nicht finden (daher ist diese Aussage unter Vorbehalt zu sehen).
    Grundsätzlich scheint es mir allerdings, dass der Artikel einen wesentlichen Aspekt außer Acht lässt: Im Moment lässt sich noch nicht ansatzweise abschätzen, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Wenn einer der Alternativvorschläge umgesetzt würde und sich im Herbst herausstellt, dass bis auf weiteres immer noch kein Wettkampfschach möglich ist (und das ist keineswegs abwegig – einen Impfstoff wird es in diesem Jahr definitiv nicht geben, und mit den 10 Leitplanken des DOSB ist der Schachsport nicht vereinbar), dann hätten wir nichts gewonnen, aber die Chance vergeben, Auf- und Absteiger sportlich korrekt zu ermitteln.

  2. Andreas Rupprecht sagt:

    Toller Artikel, Gerry. Ich teile Olafs Meinung. Abschätzen von Auf- und Absteigern fände ich nicht sportlich. Ich selber bin nach Ligaorakel SK Godesberg zu 97% mit Forchheim abgestiegen gewesen. Wir haben uns gegen den Spitzenreiter ein 4:4 erkämpft und Neuberg hatte 0,5:7,5 verloren. Wir hatten uns mit einem halben Brettpunkt am letzten Spieltag gerettet. Sowas ist immer möglich und macht den Reiz aus.

  3. Gerold sagt:

    Die Vorgehensweise des DSB erweckt den Eindruck, dass ihm 1. BL sowie Landesverbände und Bezirke völlig gleichgültig sind. Eine relativ einheitliche Lösung der Situation wäre schön gewesen. So stand man auf Bezirks/Kreisebene unter dem Druck, eine Entscheidung im luftleeren Raum treffen zu müssen – man will die Spieler ja nicht endlos hinhalten. Aber es gab keine Infos von Landesebene, keine Infos von Bundesebene, völliges Schweigen. Hätte der DSB wenigstens einen Termin veröffentlicht, bis wann denn beraten / entschieden werden soll. So haben mittlerweile manche unteren Ebenen ihre Vorgehensweise individuell entschieden. Ein toller Flickenteppich an Lösungen.
    Wenn ich mir den Altersdurchschnitt der Spieler in meinem Umfeld betrachte, halte ich eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs frühstens mit Durchimpfung der Bevölkerung ethisch vertretbar… Vllt ist die Entscheidung des DSB nicht die schlechtestete, aber mal wieder gab es null Öffentlichkeitsarbeit.

  4. Peter Kalkowski sagt:

    Unter Berufsverbot leiden nicht nur Profisport ler.
    Frage an die Experten, kann man die Bundesliga Saison nicht online Beenden , technisch müsste dass doch kein Problem sein.
    Werden ein-und ausreisende noch 14 Tage in Quarantäne gesteckt ?
    Das wäre natürlich auch ein Problem viele Spieler Reisen über die Grenzen an. Kommen die Quarantäne kosten oben drauf ? Oder ist man dann Beruflich bedingter Pendler?
    Ob die Einnahmequelle Bundesliga für Profi-Spieler ausreicht ist fraglich alle anderen Einnahmequellen mit Preisgeldern/Open/Turniere liegen auch auf Eis.
    Wer kann schon voraus schauen ob die aktuelle Lockerung nicht eine neue Infektions-Welle bringt.
    Als Schachspieler und Bürger geht mir ehrlich gesagt die Gesundheit vor.
    Realistisch sehe ich eine uneingeschränkte Öffnung aller öffentlichen Veranstaltungen und Sportveranstaltungen mit der zertifizierten Einführung eines Impfstoff.

  5. Thomas Schumacher sagt:

    Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, die bislang noch nicht ausgetragenen Wettkämpfe unter Berücksichtigung der in dieser Saison zuvor erbrachten Leistungen – sprich: ELO-Performance – zu simulieren, die so ermittelten Ergebnisse den tatsächlich gespielten Resultaten hinzuzufügen und den daraus resultierenden Tabellenstand als Abschlusstabelle zu werten mit regulärem Auf- und Abstieg. Auf diese Weise wären die bisherigen sportlichen Ergebnisse nicht vollkommen wertlos geworden, Wechsel der Spielberechtigungen blieben wie bisher zum 01. Juli möglich, und eine eventuelle Wiederaufnahme des Spielbetriebs könnte ohne jeglichen Termindruck erfolgen, sobald die Umstände es gestatten.

  6. Ulrich Voigt sagt:

    Mir ist unklar, wie man einerseits die getroffene Entscheidung kritisieren und andererseits im gleichen Atemzug eine völlig untaugliche Alternative vorschlagen kann. Die genannte Möglichkeit (B), die Saison mit dem derzeitigen Tabellenstand zu beenden, hat nämlich mehrere gravierende Nachteile. Erstens hatten die Mannschaften bislang unterschiedliche Gegner, was den Tabellenstand schon maßgeblich beeinflussen kann. Viel schwerwiegender ist zweitens, dass durch den in drei von vier Ligen verwendeten Doppelrunden-Modus nicht alle Mannschaften gleich viele Spieltage absolviert haben. Mag sein, dass die Aufstiegsfrage dadurch nur unwesentlich betroffen ist, der Abstieg würde jedoch völlig verzerrt.

    Schauen wir mal auf die Südstaffel: Dort würden nach aktuellem Tabellenstand Worms, Neuberg und Hofheim absteigen. Worms ist abgeschlagen Letzter und würde in jedem Fall absteigen, die anderen beiden Absteiger sind jedoch noch völlig unklar. Aufgrund des schweren Restprogramms wäre es durchaus denkbar, dass Walldorf keinen Mannschaftspunkt mehr holt, und in diesem Fall zwingend von Neuberg oder Hofheim noch überholt wird, weil diese noch gegeneinander spielen. Auch die Stuttgarter auf Platz 6 sind keinesfalls gerettet, weil sie ein Spiel mehr absolviert haben als alle Konkurrenten – es ist durchaus möglich, dass sie noch von zwei Mannschaften eingeholt werden. Die gute Brettpunktbilanz, die eventuell relevant werden könnte, täuscht ein wenig, weil auch die Brettpunkte aus 8 und nicht aus 7 Runden geholt wurden.

    Wie die Saison bei einer regulären Fortsetzung ausgeht, wage ich nicht vorherzusagen. Eine Wertung mit dem aktuellen Tabellenstand würde jedoch die im Moment auf den Plätzen 8 und 9 stehenden Mannschaften massiv benachteiligen. Dies damit abzutun, dass in Notzeiten “ein solcher Makel in Kauf genommen werden muss”, klingt wie blanker Hohn – es ist leicht, Opfer zu fordern, wenn man selbst nicht betroffen ist.

    Im Norden ist es übrigens ähnlich, die auf Platz 8 stehenden Magdeburger haben noch reale Chancen auf den Klassenerhalt, und auch im Osten ist die Situation keineswegs entschieden.

  7. GHertneck sagt:

    Gerne nehme ich zu den bisher eingegangen Kommentaren Stellung.
    Der englischsprachige ist offensichtlich eine komplette Themaverfehlung.
    Der “Kommentator” weist auf einen wichtigen Aspekt hin, den ich nicht bedacht habe, umgekehrt hat er allerdings auch manches nicht bedacht! Die meisten Spieler in den Bundesligen sind ja bereits Titelträger und darauf angewiesen, und darauf angewiesen, ihr Geld mit Einsätzen zu verdienen, und diese Möglichkeit fällt nun weg. Und wie viele Spieler liegen auf Normenkurs? Sicher ganz wenige. Aber trotzdem ist das natürlich ein gewichtiges Argument. Ich meine: die Spieler sehr wohl hart betroffen, weil sie weder wechseln noch Einnahmen erzielen können. Ich bin nicht mal sicher ob das Argument der Normen zutreffend ist, denn zumindest früher war es so, dass die FIDE eine Höchstdauer für das Turnier definiert hat. Ich weiß aber nicht, ob das aktuell noch der Fall ist. Läge die Grenze zum Beispiel bei einem Jahr Höchstdauer, dann würden die Normen nicht zählen.
    Der Kommentar von Olaf Heinzel ist ein interessanter Alternativvorschlag, allerdings wollte ich nicht so tief in das Spielsystem eingreifen, dass der komplette Turnus geändert wird, der ja seit Jahrzehnten so vorgegeben ist. Ich finde, dass die drei Vorschläge weniger tief in die Regularien bzw. das gesamte System eingreifen, als der von Olaf.

  8. Torsten Müller sagt:

    1. Abbruch der laufenden Saison
    2. keine Absteiger – nur Aufsteiger
    3. neue Saison über den Sommer planen, flexibler Beginn

  9. Leland Fuerstman sagt:

    Candidates Could Resume On-Line!
    by NM Leland Fuerstman
    For the life of me, I can not understand why the 2020 World Candidates Chess Tournament has been postponed? No, I am not trying to prematurely jump-start the world economy by suggesting that the finest Grandmasters in the world face over the board and endure each other’s germs! But, exactly what prevents them from playing from remote locations using already existing hi-tech video technology?! It would be a rather simple task to “hook up” each player and assign one FIDE representative to oversee the progress of each candidate from the comfort of his own home! (or, a location specified by the FIDE). With camera’s rolling, the current programs instantly post each move as it is played in real time; The clocks are electronically controlled; the players are isolated from all noise, spectators, ambitious arbiters, vendors, paparazzi and other potential troublemakers or distractions. But, more logically, they are freely playing under sanitary conditions without fear of catching the corona virus.
    On another note, I admire GM Radjabov’s decision not to participate. Unfortunately, though his prescient view of the matter became an “I told you so,” he has been excluded from competition. [‘no good deed ever goes unpunished’] –FIDE President Arkady Dvorkovich has squandered a grand opportunity to allow the tournament to proceed in a most progressive and modern fashion! It would create millions of “new” viewers and significantly increase the popularity of our royal game. The amazing part about this is, it’s still not too late to proceed with it in cyber fashion! I think it would be pretty cool! {The problem with Russian’s is, they wait for others to produce something very clever, then they steal it and try to take the credit for it. In that case, proceed, President Dvorkovich The chess world is waiting!}

  10. Kommentator sagt:

    Die Aussage “Die Spieler werden aus meiner Sicht am härtesten getroffen” trifft definitiv nicht für alle zu – Spieler auf Normenkurs behalten durch diese Entscheidung ihre Normenchancen – bei einer Annullierung oder einem Abbruch der Saison wären die Chancen dahin gewesen.

  11. Olaf Heinzel sagt:

    Hallo Zusammen, habe mich nicht wirklich tief mit der Entscheidung und deren Auswirkung geschäftigt. Mir ist nur klar, dass man aktuell keine bindene Entscheidung treffen kann. Aber warum sagt man nicht einfach, nach aktuellen Stand wird die Saison bis zum 31.12. beendet. Die Wechselfrist ist 31.12. Wir reden hier von max. 3-4 Spieltagen / Wochenende (bei mir persönlich ist nur noch der letzte Spieltag notwendig), welche man wohl ab Oktober hinbekommen sollte. Ab August sollte eine grobe Planung eines Spielplanes möglich sein. Ab der kommenden Saiosn ist die Spielzeit vom 01.01 bis 31.12. statt 01.07. bis 30.06..