Januar 21, 2022

„Der österreichische Schachspieler von Weltrang“

Erich Gottlieb Eliskases

Oben aufgeführtes Zitat stammt von Dr. Emanuel Lasker aus den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts, mit welchen er die Leistungen des gebürtigen Tiroler Erich Gottlieb Eliskases (1913 – 1997) adelte. Sein internationaler Aufstieg begann bereits im Alter von 17 Jahren, als er 1930 bei der Schacholympiade in Hamburg an Brett 3 für Österreich spielte und mit 11 von 15 möglichen Punkten wesentlich dazu beitrug, dass Österreich den 4. Platz am Ende des Turniers belegte.

Gleiches dachte sich sicherlich auch Weltmeister Alexander Aljechin als er den 24-jährigen Eliskases 1937 beim WM-Rückkampf gegen Weltmeister Max Euwe (Niederlande) in sein Sekundanten-Team berief. Ja es gilt sogar als historisch belegt, dass Weltmeister Alexander Aljechin nach dem AVRO-Turnier in den Niederlanden 1938 nicht gegen Sieger dieses Turnieres, Paul Keres (Estland), sondern gegen ihn seinen Titel verteidigen wollte, da er ihn für einen würdigen Kandidaten hielt.

Diese Einschätzung beruht möglicher Weise auch darauf, dass Eliskases in den Jahren 1938 und 1939 seine beste Zeit hatte und insgesamt 8 erste bzw. geteilte erste Preise bei hochkarätigen Meisterturnieren gewinnen konnte. Die Ereignisse ab dem 1. September 1939 machten seinen WM-Ambitionen jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Spielt man die Partien des gebürtigen Österreichers Eliskases nach, so kommt man nicht umhin, festzustellen, dass er ähnlich wie Jose Raul Capablanca einen logischen und rein positionellen Spielstil bevorzugte und damit stets das Wagnis eines Abenteuers in Form eines frühen Angriffs mied.

Heute sehen wir eine Partie von Eliskases aus dem Jahr 1938, bei der er minimale Endspiel-Vorteile in einen vollen Punkt umwandelte. Dies ist bemerkenswert, da heutige Top-Großmeister in dieser Eröffnung spätestens nach 16 oder 17 Zügen die Friedenspfeife rauchen, hingegen Eliskases stets auf der Basis einer soliden Partie-Anlage weiterspielte und dabei dem Abtausch von Figuren und den daraus resultierenden Vereinfachungen nicht aus dem Weg ging.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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