Dezember 3, 2022

Wenn man um jeden Preis gewinnen will

Der US-Amerikaner Robert James Fischer war in jungen Jahren bekannt dafür, dass er sich gerne selbst überschätzte. Stets sprach er davon, der nächste Weltmeister zu sein, jedoch den Beweis blieb er lange schuldig. Beim Einladungsturnier in Buenos Aires, im Jahre 1960, traf er unter anderem auf den ehemaligen Weltklassespieler Erich Eliskases, über den Ex-Weltmeister Dr. Emanuel Lasker noch zu Lebzeiten urteilte“ … der österreichische Schachspieler von Weltrang…“.

Fischer (by Frank Stiefel)

Einst in Österreich geboren, Sekundant von Aljechin beim WM-Kampf gegen Max Euwe im Jahre 1937, Sieger mit der großdeutschen Mannschaft bei der Schach-Olympiade 1939 in Buenos Aires, infolge des Ausbruchs des Krieges im Jahre 1939, zwangsweise wie viele andere Europäer auch, in Süd-Amerika geblieben, war auch Eliskases gezwungen, seinen Lebensunterhalt in einem zivilen Beruf zu verdienen. Dies bedeutete für ihn, dass er zwar kein Weltklasse-Spieler mehr sein konnte, dennoch galt er fortan als solider Spieler, den man nicht unterschätzen durfte.

Privat verschlug es ihn nach Cordoba Argentinien, wo er eine Familie gründete. Auch dies mag ein Grund gewesen sein, warum er sich vom aktiven Turnier-Schach etwas zurückzog und mehr dem Fernschach widmete.

In der heutigen Partie blitzte noch einmal das Können des gebürtigen Österreichers auf, als Fischer in remislicher Stellung im 40. Zug unter Bauernopfer auf Gewinn spielte, dabei von Eliskases auf aller höchstem Niveau gefordert wurde und am Ende die bittere Erfahrung machen musste, dass man nicht gegen jeden Spieler mit der Brechstange agieren darf.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

Zeichnung: Frank Stiefel

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