August 11, 2022

Botwinnik gegen Keres

Als die beiden Dauerrivalen im Jahre 1938 das AVRO-Turnier in den Niederlanden bestritten, war der Este Paul Keres noch erfolgreicher als sein Kontrahent. Ungeschlagen teilte er den 1. Platz mit dem Amerikaner Reuben Fine, vor Michael Botwinnik, der nur Dritter wurde. Dies sollte sich jedoch ändern.

Während des Krieges geriet Paul Keres mehrmals zwischen die Fronten, zunächst ab 1940 spielte er unter sowjetischer Flagge,

Botwinnik

dann ab 1941 in den besetzten deutschen Gebieten und ab 1944 wieder unter sowjetischer Flagge. Dies fand bei den Politgrößen in Moskau zunächst keine Zustimmung, so dass Paul Keres nur nach Fürsprache seitens Michael Botwinnik in den sowjetischen Elite-Kreis der Schachspieler zurückkehren durfte.

Aus diesem Grunde wurde auch immer wieder spekuliert, inwieweit Michael Botwinnik davon profitiert hat, dass Paul Keres auf Weisung der Moskauer Politgrößen gegen Michael Botwinnik verlieren sollte. Dafür könnte die Tatsache sprechen, dass von den 5 Durchgängen des Weltmeisterschaft-Turnieres im Jahre 1948, Paul Keres in den ersten 4 Durchgängen stets gegen Michael Botwinnik verlor und der einzige Sieg  von Paul Keres erst zu Stande kam, als Michael Botwinnik schon als Weltmeister feststand. Keres` Witwe Maria und der Biograph Walter Heuer hingegen bestritten stets die Existenz irgendwelcher schachpolitischer Zusammenhänge.
Heute sehen wir die 2. Partie zwischen den beiden Dauerrivalen aus dem Weltmeisterschaftsturnier im Jahr 1948, bei der Michael Botwinnik seinen Gegner bereits in der Eröffnung nach allen Regeln der Kunst demontierte.
Ich wünsche Ihnen und ihrer Familie ein frohes Fest und viel Spaß beim Studium der Partie.
Zeichnung: Frank Stiefel

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