August 18, 2022

Ein Hauch von Seekadett

Tarrasch
Tschigorin

Erinnern Sie sich noch an ihre ersten Schachstunden? Welche Mattideen und die damit verbundenen Zugfolgen sind Ihnen noch in Erinnerung geblieben? Narrenmatt und Schäfermatt vielleicht? Diese Mattbilder und die damit verbundenen Mattbilder sind jedem Vereinsspieler bekannt und Niemand wird mit diesen Motiven noch eine Niederlage hinnehmen müssen.

Ich nehme an, dass Sie gleiches auch über das Seekadetten-Matt denken werden. Interessanterweise kam dieses simple Motiv, vor mehr als 125 Jahren, genauer gesagt im Jahre 1893, bei einem Wettkampf zwischen zwei der weltbesten Spieler, dem deutschen Meisterspieler Dr. Siegbert Tarrasch und seinem russischen Kontrahenten Michael Chigorin, in einer beachtlichen Variantenvielfalt auf das Brett und wurde damit der staunenden Welt-Öffentlichkeit präsentiert. Dies nehmen wir heute zum Anlass, die Partie näher zu betrachten.

Das Matt-Bild verdankt seinen Namen, so wie wir es im deutschen Sprachraum nennen, einer Lebendaufführung in der Oper der Seekadett im Jahr 1876. Dabei wurde es erstmalig vom französischem Schachmeister Legall mit den weißen Steinen angewandt, was wiederum erklärt, warum es auch Legalls Matt genannt wird. Das genaue Datum von Legalls Uraufführung ist nicht bekannt, so dass uns nur noch die Feststellung bleibt, dass ich Ihnen von Herzen gönne, dieses Motiv mit dem bekannten Springeropfer auf e5 und des damit verbundenen Damenopfers auch einmal selbst anwenden zu können, egal wie Sie dann, nach dem folgenden Lf7, die Partie forciert gewinnen.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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