Späte Genugtuung für GM Boensch und Demütigung für GM Naiditsch

GM Uwe Boensch

Naiditschs größter Erfolg war der sensationelle Gewinn des Dortmunder Sparkassen Chess Meeting 2005 vor Weltklassespielern wie Wladimir Kramnik, Péter Lékó, Wesselin Topalow und Michael Adams. Obwohl mit der schwächsten Elo-Zahl des Teilnehmerfeldes aus 10 Spielern gestartet, gewann er mit einem halben Punkt Vorsprung das Turnier und war damit sowohl jüngster als auch erster deutscher Sieger des stärksten deutschen Turnieres.

2011 gelang der deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft in Porto Carras (Griechenland)ein fulminanter Sieg, dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Nicht zuletzt wegen einer großartigen Leistung von Arkadij Naiditsch.

Die Titelverteidigung im Jahr 2013 in Warschau gelang nicht. Das Team um Naiditsch landete auf dem 20. Platz. Detaillierte Daten und Erfolge auf Wikipedia.

Es gab immer wieder Differenzen mit dem DSB wegen Bundestrainer Uwe Boensch, dem Naiditsch vorwarf nicht für das Amt des Bundestrainers geeignet zu sein. Da sich Naiditsch mit seinen Änderungswünschen nicht durchsetzen konnte wechselte er im Jahr 2015 den Verband und spielt für Aserbaidschan.

GM Arkadij Naiditsch (David Llada)

Arkadij sagte am 25.7.2015 u.a. zum Deutschlandfunk:

„Als Schachspieler hat man praktisch 20 Jahre, wo man auf einem Top-Niveau spielen kann. Ich hab jetzt zehn Jahre hinter mir. Ich möchte die nächsten zehn Jahre doch versuchen, in die Weltspitze zu kommen. Ich denke, in Aserbaidschan ist es für mich deutlich einfacher als in Deutschland.“

Arkadij Naiditsch war der erste deutsche Spieler der die magische Zahl von 2700 übertraf. Seine beste Elo erreichte er im Jahr 2013 mit 2737. Seine aktuelle Elo September 2019 beträgt 2630.

Am letzten Bundesliga-Wochenende traf der für Baden-Baden spielende Arkadij Naiditsch ausgerechnet auf seinen Hauptgrund den Verband zu wechseln. GM Uwe Boensch, nach seiner schweren Krankheit wieder genesen, zeigte Naiditsch die Grenzen auf. Sicher war der lockere Sieg von Boensch über Naiditsch eine späte Genugtuung.

 

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