Die Spannung beim Aufsbrettschauen

Schachschauen will gelernt sein, zeigt sich auch beim Grand Prix in Hamburg. Wenn nur die Zuschauer nicht so behandelt würden, als existierten sie gar nicht.
Von Ulrich Stock, Hamburg

Schach ist vielen Nichtschachspielern rätselhaft. Das ewige Sitzen, das lange Grübeln, das komplizierte Vorausberechnen von Zügen und dahinter die Frage, was daran denn nun so interessant sein soll. Mag ja noch angehen, wenn man selber spielt. Aber zwei anderen beim Nachdenken zuschauen?

Schachspieler sehen das naturgemäß anders. Eine Wettkampfpartie zu verfolgen kann ein ästhetischer Genuss sein. Dabei geht es nicht nur um das, was auf dem Brett geschieht, sondern auch um das, was geschehen könnte. Jede Partie ist von einer Sphäre der Möglichkeiten umgeben, die wahrzunehmen eine Frage der Übung und der Vertiefung ist.
Wer einmal in der Mucksmäuschenstille eines Saales die schweigenden Meister beim Aufs-Brett-Schauen beobachtet hat, geht entweder schnell wieder raus oder verliert sich im Sog dieses Antispektakels.

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