David“ Renn- und Schachstadt Hockenheim will „Goliath“ Kur- und Bäderstadt Baden-Baden Matt setzen

Dieter Auer – Nach der sechsten Runde in der Schachbundesliga sind nur noch Seriensieger OSG Baden-Baden und die Schachvereinigung 1930 Hockenheim ohne Niederlage. Mit einem Spiel mehr bleiben die Kurstädter allerdings zunächst noch an der Tabellenspitze.

Diese günstige Ausgangsposition des Teams aus der Renn- und Schachstadt soll auch in den Runden 7 und 8 aufrecht erhalten werden, bei denen man gegen Hamburger SK und SG Turm Kiel im Norden Deutschlands an die Bretter treten wird. Laut Mannschaftsführer Blerim Kuci werden zwei Siege angestrebt, um die Chance zu wahren, in Berlin im Hotel MARITIM am Samstag, dem 2. März ungeschlagen und punktgleich mit Baden-Baden an die Bretter treten zu können. Da die OSG Baden-Baden in der 7. Runde ein Freilos hat, würden nach den Vorhersagen beide Vereine mit ihrer jeweils makellosen Siegesserie sich auf Augenhöhe begegnen und könnten mit einem Sieg eine Vorentscheidung im Kampf um den Titel Deutscher Meister 2019 herbeiführen. Bei einem unentschiedenen Ausgang hingegen bliebe das Rennen vermutlich bis zum Saisonende offen.

Von links nach rechts: GM Moiseenko Alexander, GM Ivan Saric, Europameister 2018, GM Baramidze David, Auer Dieter, Anatoli Karpow (Brett 1 Hockenheim), GM Wagner Dennis, GM Samuel Shankland (US CHESS CHAMPION 2018), GM Braun Arik, GM Banusz Tamas, Marco Dobrikov (Jugendspieler BL) Auer Günter (Co-Bundesliga-Manager), Blerim Kuci Teamcaptain, GM Rainer Buhmann aus Hockenheim (Deutscher Meister 2018)

Nach dem Aufstieg im Jahr 2011 in die 1. Schachbundesliga und bisher mit drei dritten Plätzen und einer Vize-Meisterschaft 2017 waren die Chancen, einen direkten Angriff auf den Titel anzusteuern, noch nie so gut wie diese Saison, auch weil man in bisherigen Spielzeiten immer Punkte gegen nominell schwächere Gegner abgegeben hatte, so dass es nie zu einer ernsthaften Konkurrenz-Situation mit OSG Baden-Baden um die Tabellenspitze kam. Einen weiteren Pluspunkt messen die Hockenheimer Verantwortlichen dem Umstand zu, dass es Teamkapitän Blerim Kuci noch vor Meldeschluss gelungen war, mit Samuel Shankland, Yi Wei, Ivan Cheparinov und Vladimier Fedoseev vier internationale Supergroßmeister für Hockenheim zu verpflichten. Somit können die Hockenheimer diesen Zweikampf möglicherweise mit ihrer einer sehr starken Mannschaft bestreiten.

Da Seriensieger OSG Baden-Baden sich dieser Situation wohl bewusst ist, kann man erwarten, dass dieser Zweikampf in Berlin alles bisher Dagewesene überbieten wird: der Kampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft wird nach den Prognosen der Schachmedien wohl den höchsten ELO-Wertungszahlen-Durchschnitt in der Geschichte der Bundesliga aufweisen. Am Ende könnte ausschlaggebend sein, ob beide Teams ihre jeweils stärkste Aufstellung aufbieten können, da Weltklassespieler oft noch anderen Verpflichtungen nachkommen müssen.
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in der stärksten Liga der Welt sich neben Seriensieger Baden-Baden größtenteils Großstädte wie Berlin, Hamburg, Bremen, Dresden, Solingen und München gegenüberstehen, muss man dem bisherigen Abschneiden des Hockenheimer Teams ohnehin größten Respekt zollen.
„Quo vadis“, fragt sich die Renn- und Schachstadt Hockenheim? Wird es der Titel „Deutscher Meister 2019“ sein?

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