Dezember 5, 2020

„Der deutsche Schachbund ist keine Bank“: Michael S. Langer im Gespräch

Michael S. Langer am Freitagabend beim Festakt zum 150-jährigen Bestehen seines Vereins SC Gliesmarode. Wer genau hinschaut, sieht das Logo der niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung an seinem Hemdkragen. Diese Stiftung unterstützt den niedersächsischen Verband erheblich (siehe weiter unten im Text).

Im deutschen Schach gibt es kaum ein Rädchen, an dem Michael S. Langer noch nicht gedreht hat. Von 2003 bis 15 war er Mitglied des DSB-Präsidiums, seit 2007 ist er Vorsitzender des Niedersächsischen Schachverbands. Obendrein, und das macht ihn zum Unikum unter Schachfunktionären, ist Michael S. Langer mit Sitz und Stimme im Präsidium des Landessportbunds Niedersachsen vertreten.

2027 wird der Deutsche Schachbund 150 Jahre alt. Bis dahin soll der Tanker neu ausgerichtet und auf Kurs sein. Auf welchem Kurs, das will die DSB-Spitze jetzt per 19-Punkte-Agenda festschreiben. Michael S. Langer ist einer der Väter dieser Agenda, die im November der Hauptausschuss des DSB beschließen soll.

Bis gestern hast du beim Meisterturnier der Bezirksmeisterschaft gespielt. Wie ist es gelaufen?

Ach, na ja. H-Zahl 1815, das kostet mich DWZ.

Tja. Entweder Funktionär oder Spieler. Beides geht nicht.

Das sehe ich anders. So lange ich mich fürs Schach engagiere, will ich Schachspieler sein. Sollte ich irgendwann den Kontakt zum Brett verlieren, lasse ich es ganz.

Der Funktionär Michael S. Langer war jetzt Teil einer Gruppe, die dem deutschen Schach eine moderne Agenda und dem Schachbund eine moderne Struktur geben sollte. Wie kam das?

2007 gab es schon einmal eine ausführliche Debatte darüber, eine zweitägige Konferenz in Eisenach, moderiert vom DOSB. Damals ist letztendlich viel Papier entstanden, das am Ende niemanden mehr interessierte. In der Ära Bastian gab es einen Anstoß, das Leitbild des DSB neu zu schreiben, auch der versandete. Ullrich Krause hat die Sache wieder aufgenommen. Er hat die Landespräsidenten gefragt, ob sie in einem Gremium mitarbeiten wollen, das den DSB und seine Struktur auf den Prüfstand stellt. Daran habe ich mich gerne beteiligt, ebenso wie Diana Skibbe aus Thüringen und Guido Springer aus Mecklenburg-Vorpommern. Dazu kamen Ullrich Krause, Boris Bruhn, Marcus Fenner und Jörg Schulz.

Weiterlesen auf “Perlen vom Bodensee”

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