Gata Kamsky

Offene Internationale Bayerische Meisterschaft am Tegernsee vom 26. Oktober bis 3. November

Conrad Schormann – Mehr als 500 Teilnehmer aus mehr als 20 Nationen. Zwei ehemalige WM-Kandidaten spielen mit, der amtierende Meister des amerikanischen Kontinents auch, der deutsche A-Jugendmeister ebenso. Solche und andere Profis werden sich vom 26. Oktober bis 3. November bei der Offenen Internationalen Bayerischen Schachmeisterschaft am Tegernsee mit ambitionierten Amateuren messen – und mit Schachfreunden, die in erster Linie ihren Urlaub in einer Bilderbuchlandschaft mit ihrem Hobby verbinden wollen. Gut 16.000 Euro Preisgeld sind zu verteilen.
Turnierdirektor Sebastian Siebrecht lockt auch zur 23. Auflage des Turniers ein sportlich attraktives wie buntes Feld an den Tegernsee, das lässt sich jetzt schon anhand der Zusagen absehen. Aus Israel, Indien, den USA, Norwegen oder Nigeria reisen Schachfreunde nach Oberbayern.

International bekanntester Teilnehmer dürfte der US-amerikanische Großmeister Gata Kamsky sein. Der 1974 in Südwestsibirien geborene Kamsky galt in den 1980ern in der UdSSR als Schach-Wunderkind, in den 1990ern machte er sich daran, den Schachthron zu stürmen. Bis zum WM-Match gegen Anatoli Karpov 1996 führte sein Aufstieg, aber der letzte Schritt blieb ihm verwehrt. Kamsky machte eine Schachpause, wanderte in die USA aus, studierte Jura. Anfang der 2000er kehrte er zum Schach zurück und lebt seitdem als großmeisterlicher Globetrotter. Mit einer Elo-Zahl von 2685 liegt Kamsky auf Rang 51 der Weltrangliste.

Nominell etwa gleichauf ist Pavel Eljanov (36), der 2015 hauchdünn an der Qualifikation für das Kandidatenturnier scheiterte und 2016 mit Macht an die Top Ten der Welt klopfte. Seinerzeit war der ukrainische Großmeister regelmäßiger Gast bei Weltklasseturnieren, zuletzt ist es um ihn etwas ruhiger geworden. Am Tegernsee gilt er allemal als einer der Favoriten, ebenso wie der venezolanische Großmeister Eduardo Iturrizaga, der gerade erst die amerikanische Kontinentalmeisterschaft gewonnen hat – auch das ein erster Schritt auf dem dornigen Weg zum Schachthron.
Aus deutscher Perspektive wird interessant zu sehen sein, wie sich der Deutsche A-Jugendmeister Luis Engel (16) aus Hamburg und der ehemalige U16-Weltmeister Roven Vogel (19) aus Dresden in einem Feld mit so vielen schachlichen Schwergewichten schlagen. Bestbewerteter Deutscher am Tegernsee ist, Stand jetzt, Großmeister Leon Mons aus München. Mit 2559 Elo-Punkten liegt er auf Rang 12 der Setzliste.

Gespielt wird wie immer im Gut Kaltenbrunn, zu Fuß etwa zwei Minuten vom Ufer des Tegernsees entfernt. 44 Live-Bretter im Turniersaal stellen die weltweite Übertragung der Partien auf Schachportalen sicher. Die Teilnehmer ebenso wie die Schachpresse erwartet ein tägliches Bulletin mit den Höhepunkten auf den Brettern und abseits davon. Hauptschiedsrichter Ralph Alt sowie seine Mitstreiter Hans Brugger und Gregor Johann stellen sicher, dass die Regeln eingehalten und alle Regelfragen schnell beantwortet werden.

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