Eine Dame allein unter Männern

Am Anfang stand bei der Spielerin, um die es heute geht, wie bei vielen anderen Schachspielern auch, ein bestimmtes Interesse am Schach. Nach einem Besuch bei einer Veranstaltung in ihrer Heimatstadt, im Jahre 1936, bei der auch Ex-Weltmeister Alexander Aljechin weilte, begann Sie, unter dem nachhaltigen Eindruck ihrer Beobachtungen, sich intensiv mit dem Spiel zu beschäftigen. Dabei kam ihr zugute, dass ihr Bruder Rudolf ebenfalls ein spielstarker Schachspieler war. Die Rede ist von Edith Keller Hermann aus Dresden.

Als Folge ihrer Bemühungen erhielt Sie im Jahre 1939 die Einladung zu einem Lehrgang für talentierte Jugendliche in Fürstenwalde, unweit von Berlin, einer Veranstaltung bei der auch talentierte Spieler wie Klaus Junge und Wolfgang Unzicker teilnahmen. Die erste Deutsche Meisterschaft der Frauen gewann Sie bereits im Jahre 1942. Mitte der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts war Sie eine hochgeschätzte Spielerin, die erfolgreich an Männerturnieren teilnahm. So belegte Sie 1946 bei der ersten Meisterschaft der sowjetischen Besatzungszone hinter dem Sieger Rudolf Teschner, den 5. Platz.

Bei der Schachweltmeisterschaft der Damen 1949/1950 teilte Sie den 5. Platz. In den nachfolgenden Jahren qualifizierte Sie sich dreimal für das Kandidatenturnier der Frauen, jedoch erspielte Sie sich nie das Recht, die amtierende Weltmeisterin im Kampf um die Krone des Weltschachs herauszufordern.

Beim Einladungsturnier 1951 in Dortmund rechtfertigte Sie ihre Nominierung mit einem Sieg über Grossmeister Nicolas Rossolimo und einem Remis über Grossmeister Efim Bogoljubow, welcher Alexander Aljechin zweimal im Kampf um die WM-Krone herausforderte.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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