Sie gilt als die stärkste Schachspielerin aller Zeiten und ist die jüngste von drei Schwestern, die es mit Hilfe des Schachspiels zu weltweiter Anerkennung gebracht haben. Beeinflusst durch den Vater, welcher ein glühender Anhänger der Behaviorismus-Lehre des amerikanischen Psychologen John B. Watson war, erlernte Sie genau wie ihre älteren Schwestern zuvor, sehr früh systematisch die Grundlagen des Schachspiels.

Laszlo Polgar, von Beruf Pädagoge, hatte die Biographien unter anderem von Mozart und Gauß studiert und kam zu der Erkenntnis, dass Kinder schon sehr früh zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sind, wenn diese systematisch und intensiv von klein auf gefördert werden.

Über die älteste Schwester Zsuzsa kann man nachlesen, dass diese bereits im Alter von 4 Jahren, bei der Budapester Jugendmeisterschaft in der Altersgruppe U-10 überlegen mit 10 von 10 möglichen Punkten gewann. Ob Judit Polgar gleiches gelang, konnte ich nicht herausfinden, dafür ist aber bekannt, dass Sie als einziges Mädchen in der Altersgruppe U12 und U14 bei den Jungs, sowohl im Jahr 1988 als auch im Jahr 1990 den Weltmeister-Titel erringen konnten.

1992, im Alter von 15 Jahren verlieh man ihr den Titel eines Schach-Großmeisters, wobei Sie nach langer Zeit die erste war, die den Alters-Rekord des einstigen Wunderkindes Bobby Fischer um einen Monat unterbot. 1993 gelang ihr das Kunststück, als erste Frau Anatoli Karpov in einer Schnellpartie zu besiegen, 2002 glückte dies auch gegen Garry Kasparov. Das einstige englische Wunderkind Nigel Short urteilte über Sie: „Sie ist eine Killerin und riecht das Matt schon 20 Züge im voraus“.

Heute sehen wir eine Partie aus dem Jahr 1988, gespielt bei jener Veranstaltung, bei der Sie zum ersten Mal den Weltmeister-Titel errang.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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