Norddeutsches Derby in Sibirien: die Schachbundesliga beim World Cup (II)

Von Conrad Schormann
Nachdem Liviu Dieter Nisipeanu sich in der ersten Runde im Schnellschach durchgesetzt hatte, traf er auf Hikaru Nakamura, die ehemalige Nummer zwei der Welt. „Da ist nun wirklich nicht viel zu erwarten“ – dachte der unbedarfte Beobachter, bis er nach einigen Minuten zum ersten Mal reinschaute und feststellen musste, dass Nakamuras Vorbereitung nach hinten losgegangen war. Nisipeanu hatte die Dame geopfert, dafür einiges Material und noch mehr Spiel bekommen. Die deutsche Nummer eins vom USV TU Dresden schickte sich tatsächlich an, den Amerikaner zu besiegen.
Der Moment des Damenopfers und die Schlusstellung, ein Monument weißer Überlegenheit:

Nisipeanu wusste, dass er 12.exf6 analysiert hatte, aber erinnerte sich nicht an seine Schlussfolgerungen. Und wirklich zu kalkulieren sind die Folgen des Damenopfers nicht.

„Ich weiß, dass mich ein wütendes Biest erwartet. Hoffentlich kann ich überleben“, sagte Nisipeanu in aller Bescheidenheit vor der zweiten Partie. Nur gab er Nakamura auch dort keine Gelegenheit, seine Wut aufs Brett zu bringen. Stattdessen gewährte ihm Nisipeanu in Gewinnstellung ein Remis.
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