Wackelkandidat und Hintertürchen

Vor dem World Cup stand fest, dass Fabiano Caruana und Ding Liren für das Kandidatenturnier 2020 qualifiziert sind. Dazu sollten sich nun die beiden World-Cup-Finalisten gesellen, sodass Anfang Oktober vier der acht Kandidaten feststehen würden.

Kaum hatte Ding Liren das Finale des World Cups erreicht, zog Anish Giri seine Teilnahme am Grand Swiss zurück. Wahrscheinlich will er keine Elo-Punkte riskieren, um seine so gut wie sichere Qualifikation per Rating für das Kandidatenturnier nicht zu gefährden. (Fotos: FIDE)

Stattdessen sind es drei. Der World Cup hat zu dem kuriosen Ergebnis geführt, dass mit Anish Giri ein Kandidat gefunden wurde, der in der dritten Runde ausgeschieden war. Der eine Finalist, Ding Liren, war schon vor Beginn des World Cups Kandidat. Der andere, Teimour Radjabov, ist bestenfalls ein Wackelkandidat. Der Aseri spielt Schach allenfalls noch semiprofessionell, und er sagt, dass er noch nicht weiß, ob er nächstes Jahr in Jekaterinenburg antreten wird.

Ein Repertoire voll forcierter Varianten, Remisquote über 80 Prozent: Der einstige Wunderknabe Teimour Radjabov spielt noch, ist gar in die Top 10 zurückgekehrt, sieht sich aber nicht mehr als Profi. Ober er am Kandidatenturnier teilnehme, wisse er noch nicht, sagte er.

Caruana als WM-Herausforderer 2018 stand von Beginn an als erster Kandidat fest. Im Lauf des Jahres 2019 kristallisierte sich heraus, dass aufgrund seines konstant hohen Ratings von über 2800 Ding Liren der zweite Kandidat sein würde. Ginge es nur um das Kandidatenturnier, Ding hätte den World Cup gar nicht spielen müssen.

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