Wie ein Orkan

Kurt Richter war bei den Berliner Schachspielern in Ost und West eine hochgeschätzte Persönlichkeit. Er begeisterte nicht nur durch seine Partien, sondern genoss auch als Schachschriftsteller hohes Ansehen. Er unterstützte Rudolf Teschner bei der monatlich in der BRD publizierten “Deutschen Schachzeitung” und leitete für die DDR-Zeitschrift “Schach” die Rubrik “Hohe Schule der Kombinationen”.

Schach-Großmeister Hans-Joachim Hecht führt hierzu in seinen Memoiren “Schacherinnerungen” aus, dass er in der Zeitschrift Schach, die er bis 1961 abonnierte, die “Hohe Schule der Kombinationen” stets als erstes studierte. Heute sieht er Kurt Richter, in Verbindung mit seinem Buch “Kurzgeschichten um Schachfiguren”, durchaus als seinen Lehrmeister in Sachen Schachtaktik an, dabei sind die beiden Schachgrößen, von einer Ausnahme abgesehen, nie einander begegnet.

Die heutige Partie ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie man einen Angriff führen sollte. Aus einem kleinen Eröffnungsvorteil entwickelt sich, aus der Hand von Kurt Richter, ohne viel Aufwand ein Orkan, bei dem es für den Gegner, ab einem bestimmten Zeitpunkt, nicht mehr möglich ist dagegen zu halten. Die Situation ist vergleichbar mit einem Spaziergang, bei dem man urplötzlich von einem Unwetter überrascht wird und keinen sicheren Unterschlupf findet.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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