Schach-Olympiade in Dresden mit baden-württembergischer Beteiligung


WGM-Norm für Manuela Mader
Vom 12.-26. November fand erstmals wieder nach 48 Jahren eine Schach-Olympiade in Deutschland statt. In Dresden konnte der Deutsche Schachbund letztlich je drei Fünfer-Teams im Frauenwettbewerb und im offenen Turnier starten lassen. Insgesamt 142 Nationen beteiligten sich an dem zweijährig stattfindenden Wettbewerb, nach den olympischen Sommerspielen die Sportveranstaltung mit den meisten teilnehmenden Ländern.
 Aus Baden-Württemberg gingen acht Spieler und Spielerinnen an den Start. Im Team Deutschland 1 (Platz 13) startete Arkadij Naiditsch von der OSG Baden-Baden mit einer respektablen Leistung am Spitzenbrett. Gerade gegen die Weltklassespieler – unter den 1.315 Spielern insgesamt 244 Großmeister und 115 Frauen-Großmeister – konnte er glänzen. Bei Deutschland 2 spielten Arik Braun am 2., Falko Bindrich am 3. (beide SC Eppingen) und Sebastian Bogner (SK Neuhausen) am 4. Brett. Ihre Leistung aus der Vorbereitungszeit in der Jugendolympiamannschaft konnten sie leider nicht abrufen. Deutschland 2 landete auf dem 42. Rang, damit hinter Deutschland 3 (35. Platz). Im dritten deutschen Team spielten Rainer Buhmann aus Hockenheim am Spitzenbrett sowie Andreas Heimann aus Grenzach-Wyhlen am 5. Brett.
 Auch die beiden Frauenteams (die dritte Damenmannschaft bestand lediglich aus sächsischen Spielerinnen) traten mit baden-württembergischen Spitzenspielerinnen an. Am zweiten Brett von Deutschland 1 (Platz 21) startete Ketino Kachiani-Gersinska, die für den deutschen Frauenmeister OSG Baden-Baden startet. Deren gute Leistung konnte Manuela Mader am 2. Brett von Deutschland 2 (Platz 34) noch toppen. Mit einer Wertungszahl um die 2400 ELO-Punkte konnte sie mit 7,5 aus 10 nicht nur die beste Einzelleistung zeigen, sie holte zudem die fehlenden Normen zum IM-Titel der Frauen. Nach vorläufigen Berechnungen, die vom Weltschachbund FIDE noch zu bestätigen sind, hat sie auch eine erste GM-Norm der Frauen erzählt. Normen bei Schach-Olympiaden zählen zudem doppelt, so dass ihr nur noch eine weitere WGM-Norm zum Titelgewinn fehlt. Manuela spielt beim Schachverein SK Neuhausen (bei Pforzheim), der derzeit eines der ehrgeizigsten Programme für Nachwuchsspieler aufbaut.
 Über 20 weitere Spitzenspieler baden-württembergischer Vereine haben an der Schach-Olympiade teilgenommen, so u.a. die Spitzenbretter von Norwegen (Magnus Carlsen), Spanien (Alexei Shirov, England (Michael Adams), der Slowakei (Sergei Movsesian), Litauens (Viktorija Cmilyte), alle OSG Baden-Baden, von Luxemburg (Elvira Berend, Sfr Karlsruhe), oder mit Ferenc Berkes und Csaba Balogh die halbe ungarische Nationalmannschaft (SC Eppingen).
 Auch einige Trainer aus Baden-Württemberg waren im Einsatz, so Fabian Döttling für Deutschland 1, Roman Vidonyak für Deutschland 2-Frauen wie auch Philipp Schlosser für das luxemburgische Damenquintett.
 Im 100-köpfigen Schiedsrichterteam kamen Hanno Dürr, Markus Keller, Holger Moritz, Oliver Schmitt, Klaus Schuhmacher, Rainer Stark, Bernd Walther, Volker Widmann und Thomas Wiedmann zum Einsatz. Der Weltschachbund kürte in Dresden Oliver Schmitt zum FIDE-Schiedsrichter, Markus Keller zum Internationalen Schiedsrichter. Holger Moritz muss auf seinen ISR-Titel überraschend noch bis zum Frühjahr warten, da die FIDE erstmals eine Regel-Änderung anwandte.
 
 Informationen zum Leistungssport Schach in Baden-Württemberg können der Homepage www.gkl.bsv-schach.de bzw. www.gkl.svw.info entnommen werden.
 
 Dr. Markus Keller 
 

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